Schlagwort-Archive: Klimapolitik

Die traurige Bilanz der Klimapolitik

Steffen Hentrich

Klimapolitik soll der Generationengerechtigkeit dienen. In der Theorie. In der Realität richtet sie allerdings bislang mehr schaden an als sie vermeiden hilft, selbst wenn man sie mit den apokalyptischsten Szenarien über die Wirkungen von Treibhausgasemissionen begründet. Andrew Montford hat in dem Aufsatz Unintended Consequences of Climate Change Policy für die Global Warming Policy Foundation die unbeabsichtigten Folgen der Klimapolitik gesammelt: Abgeholzte Regenwälder, Menschenrechtsverletzungen, Hunger und Mangelernährung, Zerstörung wertvoller Ökosysteme, Reduzierung von Wildtierpopulationen, Abfälle, Umverteilung von arm zu reich, Energiemangel, Luftverschmutzung, Arbeitslosigkeit und mehr Treibhausgasemissionen als notwendig. Eine niederschmetternde Bilanz und ein ethisches Desaster.

NZZ-Debatte zur Klimapolitik: Neuanfang oder Abgesang?

Steffen Hentrich

Anlässlich der laufenden Klimakonferenz in Lima druckt die NZZ heute eine Debatte um die Chancen eines neuen internationalen Klimaabkommens ab. Frau Professor Renate Schubert von der ETH Zürich ist optimistisch, dass die internationale Gemeinschaft angesichts der aktuellen Erkenntnisse der Klimaforschung zum gemeinsamen Handeln findet. Ich halte dagegen: Weder gibt der jüngste IPCC-Bericht dazu Anlass ein internationales Klimaschutzabkommen mit drastischen Vermeidungsmaßnahmen übers Knie zu brechen, noch verheißt die internationale Interessenlage, dass es in nächster Zukunft zu einer substantiellen Einigung kommt.

Ökonomische Klimamodelle sind eine irreführende Illusion

Steffen Hentrich

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Klimapolitik aus dem Kaffeesatz?

Robert S. Pindyck, einer der profiliertesten Mikroökonomen seiner Zunft, verreißt in seinem jüngsten NBER-Paper Climate Change Policy: What Do the Models Tell Us? die Scheinwelt ökonomischer Klimasimulationen. Die Frage nach der Aussagekraft von Klimapolitikmodellen beantwortet er bereits mit wenigen Worten in der Zusammenfassung:

Sehr wenig. Eine Unzahl integrierter Bewertungsmodelle (IAMs) sind entwickelt worden, um die gesellschaftlichen Kosten der Kohlendioxidemissionen zu schätzen und verschiedene klimapolitische Alternativen zu bewerten. Diese Modelle haben aber so tiefgreifende Fehler, dass sie als Werkzeuge der Politikanalyse praktisch nicht nutzbar sind: Bestimmte Parameter (wie etwa die Diskontrate) werden willkürlich gesetzt, haben aber einen gewaltigen Einfluss auf das Ergebnis der Modelle; die Modellbeschreibung der Auswirkungen des Klimawandels sind völlig aus der Luft gegriffen, ohne theoretische und empirische Fundierung; die Modelle sagen uns nichts über den wichtigsten Einfluss auf die gesellschaftlichen Kosten der Kohlendioxidemissionen, nämlich die Wahrscheinlichkeit eines katastrophaler Wirkungen des Klimawandels. Modellbasierte Analysen der Klimapolitik vermitteln den Eindruck von Wissen und Präzision, ein Schein der illusorisch und irreführend ist.

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Rationale Klimapolitik ist möglich

Steffen Hentrich

Wer Rationalität und Pragmatismus in den klimapolitischen Entwürfen wissenschaftlicher Politikberater sucht, muss sich derzeit auf eine große Enttäuschung gefasst machen. Was hierzulande, aber auch in anderen Ländern, an Empfehlungen der Politik übermittelt wird, ist zumeist wissenschaftlich verbrämte Weltanschauung. Dirigismus, eine eklatante Verletzung  ökonomischer Effizienz und eine maßlose Überschätzung des vorhandenen Wissens über die Vorgänge in der Atmosphäre und der menschlichen Gesellschaft kennzeichnen die abertausenden von  Seiten bedruckten Papieres von Think Tanks, Universitäten und wissenschaftlichen Beiräten, adressiert an Politiker, die diese als ergiebige Steinbrüche für die Festigung ihrer eigenen Agenda nutzen. Was fehlt sind Vorschläge, die Wissenslücken zugeben und Irrtum zulassen, aber dennoch nicht das umweltpolitische Äquivalent zum Kopf im Sand sind.

Der kanadische Umweltökonom und Wirtschaftsstatistiker Ross McKitrick, den Lesern sicher als Autor von Energy, Pollution Control and Economic Growth und Koautor des Buches Realitätscheck für den Klimaschutz bekannt, hat im Auftrag der Global Warming Policy Foundation seinen Vorschlag einer temperaturgekoppelten Emissionsabgabe noch einmal zur Diskussion gestellt. Anders als die üblichen Konzepte basiert diese Abgabe konsequent auf den Erkenntnissen der umweltökonomischen Forschung und dem Stand des Wissens im Bereich der Klimaforschung. Umweltabgaben zeichnen sich im Vergleich zu den wesentlich häufiger praktizierten Auflagen und der von vielen Protagonisten der Klimapolitik vorgeschlagenen Mengensteuerung von Emissionen durch eine wesentlich höhere Effizienz und geringere Unsicherheiten aus. Ihr Ertrag kann zu Gegenfinanzierung der Reduzierung von Steuern mit hohen volkswirtschaftlichen Zusatzkosten verwendet werden, so dass im Idealfall die zusätzliche Last ihrer Implementierung sehr gering ausfällt. Eine geringe Steuer auf potentiell schädliche Treibhausgasemissionen ist daher prinzipiell allen anderen Instrumenten vorzuziehen und kann diese mit großem Gewinn ersetzen.

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Beendigung einer offenen Debatte

Steffen Hentrich

Beim Umweltbundesamt wird mit der Veröffentlichung der Broschüre Und sie erwärmt sich doch – Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel? eine wissenschaftliche Diskussion für beendet erklärt, die beispielsweise nach Ansicht des CERN-Forschers und Chefs des CLOUD-Experiemnts Jasper Kirby, gerade in ihre heiße Phase tritt, weil man eben erst dabei ist alle Bestimmungsfaktoren des Klimas zu verstehen. Dort hatte man nämlich die These des dänischen Physikers Henrik Svensmark bestätigen können, dass die kosmische Strahlung einen Einfluss auf die Wolkenbildung und damit auch auf das globale Klima haben kann. Nur will er, anders als die Beamten vom Umweltbundesamt, noch nichts abschließendes sagen, weil er es als Wissenschaftler noch nicht weiß, ob der kühlende Effekt der Wolkenbildung durch kosmische Strahlung klein oder groß ist.

Beim UBA weiß man das auch nicht, doch darum geht es in der Broschüre auch nicht. Man gibt vor abschließende Antworten geben zu können, um eine Debatte zu beenden, die drastischen klimapolitischen Maßnahmen mit inzwischen allseits bekannten unangenehmen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft im Wege steht. Statt seine Aufgabe wahrzunehmen und die Bundesregierung wissenschaftlich zu beraten und die Bevölkerung über Umweltschutz zu informieren, maßt man sich Wissen an, um damit direkt Politik zu machen. Dabei schreckt das Amt auch nicht vor einer Diffamierung von sog. klimaskeptischen Journalisten zurück. Das Autorenteam Maxeiner und Miersch wird ebenso wie der Fernsehjournalist Günter Ederer dafür gebrandmarkt, die Bürger mit Beiträgen in die Irre zu führen, die Zweifel an der Orthodoxie der Klimawissenschaften wecken. Gleichermaßen wird das ebenso wenig originelle wie aussagekräftige Aufzählen von Finanzierungsquellen klimaskeptischer Institutionen als Kronzeuge für die Qualität von Argumenten bemüht. Dass die Steuerfinanzierung des UBA kein Garant für Objektivität ist und deshalb Argumente nicht nach dem Geldbeutel gewichtet werden können, kommt den Autoren der Broschüre offenbar nicht in den Sinn.

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Billig, das mögen wir nicht!

Steffen Hentrich

In einem Offenen Brief zum Europäischen Emissionshandel an Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Gruppe bekannter Ökonomen ihrem Unmut über das ihrer Meinung nach mangelnde Funktionieren des Emissionshandels in Europa Ausdruck verliehen. Der Emissionshandel sei von fundamentaler ökonomischer Bedeutung für die Klimapolitik Europas und die deutsche Energiewende. Aufgrund der niedrigen Zertifikatspreise, die ein Ausdruck der geringen Knappheit der Emissionsrechte sei, könne der Emissionshandel seine Lenkungs- und Steuerungsfunktion nicht erfüllen, weshalb dringender Handlungsbedarf für strukturelle Reformen bestünde. Diese müssten darauf hinauslaufen durch eine zukünftige Verknappung der Emissionsrechte die Preise dauerhaft zu erhöhen, um so Investitionsanreize und Planungssicherheit für die betroffenen Unternehmen zu gewährleisten. Dazu müssten die langfristigen Minderungsziele an die bislang unterschätzten CO2-Reduktionsmöglichkeiten angepasst werden.

Klimapolitik ist offenbar für deutsche Ökonomen von einem wohlfahrtssteigernden Umweltinstrument zu einem regulativen Fetisch geworden, mit dem man die Industrie am Gängelband klimapolitischer Effizienzziele hält.

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Klimergiepolitik – Buchautor Meinhard Stalder im Interview

Steffen Hentrich

In der vergangenen Woche hat das Liberale Institut in seiner Reihe Liberale Perspektiven Meinhard Stalders Buch Klimergiepolitik – Wie eine große Verwirrung die Themen Klima und Energie unzertrennlich macht veröffentlicht. In einem Interview beantwortete uns der Autor einige Fragen zum Buch und seiner Position zur Klima- und Energiepolitik. Das Interview mit Meinhard Stalder (MS) führte LI-Referent Steffen Hentrich (SH).

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