Archiv der Kategorie: Wissenschaft/Technik

Oregon, Colorado und die Gentechnik

Detmar Doering

Fast unbemerkt über der Niederlage für Präsident Obama bei den US-Senats- und Gouverneurswahlen blieben hierzulande zwei Sachabstimmungen, die eigentlich besondere Aufmerksamkeit verdienten. Die Wähler in Oregon und Colorado haben einem Antrag eine Absage erteilt, der für Produkte, die gentechnisch veränderte Substanzen enthalten, Warnlabel vorschreiben wollte. Dem kam eine gr0ß angelegte Metastudie zuvor, die – wie der Economist hier berichtet – die Unwissenschaftlichkeit vieler Anti-Gentechnik-Positionen eindeutig belegte. Es wäre interessant zu wissen, wie so eine Abstimmung im weitaus irrationaleren Meinungsklima in Deutschland ausgehen würde.

Klimapolitik: Eile mit Weile

Steffen Hentrich

Statistisch gesehen macht die globale Erwärmung seit fast zwanzig Jahren Pause, obwohl der Anstieg der Kohlendioxidemissionen ungebremst verläuft. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die für Projektionen des zukünftigen globalen Klimas herangezogenen Modelle die globale Erwärmung überschätzen. Da die empirisch nicht haltbare Klimasensitivität der Kohlendioxidemissionen Eingang in sogenannte Integrierte Modelle zur Klimafolgenabschätzung (Integrated Assessment Modells – IAMs) findet, deren erklärter Zweck eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen von Treibhausgasemissionen als Entscheidungsgrundlage der Klimapolitik ist, ist das Risiko groß, dass die aus diesen Modellen abgeleiteten Klimaschutzziele viel zu hochgesteckt sind und Eingriffe in die Wirtschaft erfordern, deren hohe Kosten nicht zu rechtfertigen sind. Der kanadische Ökonom Ross McKitrick zieht daraus in seiner jüngsten, für das Fraser Institute angefertigten Sudie Climate Policy Implications of the Hiatus in Global Warming den Schluss, dass die Klimapolitik eine Pause einlegen sollte, bis die Wissenschaft befriedigende Antworten geliefert, weshalb die Ergebnisse der Klimamodelle und die realen Temperaturveränderungen seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr zueinander passen. Einige Jahre Pause würden die Menschheit vor teuren klimapolitischen Fehlern bewahren, wohingegen sich die Risiken des Abwartens in Grenzen halten dürften. Schließlich gehen die Mahner in der Klimapolitik stets davon aus, dass die Erderwärmung ohne sofortige Gegenmaßnahmen zwangsläufig außer Kontrolle geraten würde, eine Prämisse, die angesichts der vergangenen Entwicklung und der methodischen Fehler aktuell verwendeter Modelle ja gerade nicht haltbar ist. Zudem schlägt der Autor der Studie vor, dass die Klimapolitik sowohl bei ihrer Zielsetzung als auch bei der Implementation von Klimaschutzinstrumenten einen wirksamen Feedbackmechanismus verwenden sollte. Hierzu wiederholt er seinen vor einigen Jahren gemachten Vorschlag einer Klimaschutzsteuer, deren Abgabensatz mit Hilfe eines einfachen und transparenten Algorithmus entsprechend der Veränderungen globalen Durchschnittstemperatur nach ober oder unten angepasst wird. Nur so könne langfristig vermieden werden, dass wissenschaftliche Unsicherheit nicht in eine starren und damit wachstumsschädigenden Klimapolitik mündet.

Endlich Eignungsprüfungen für Lehrerstudierende

Peter Altmiks

Nachdem schon der Stifterverband kürzlich feststellte, dass im Bereich der Lehrerbildung der drängendste Handlungsbedarf bestehe, fordert nun endlich eine politische Partei Eignungsprüfungen. Weiterlesen

Korrelationen oder Ursachen?

Detmar Doering

Zu den wirkungsvollsten Strategien für Debatten gehört, dass man die Mitmenschen überzeugt, dass eine bloße Korrelation in Wirklichkeit schon ein Kausalitätsbeweis sei. Korrelationen sind letztlich statistische Rechnereien, die auch ein Computer erledigen kann. Um zu sehen, dass die Anzahl von Störchen nichts mit der zufällig gleichen verlaufenden Geburtenrate zu tun hat, bedarf es immer noch der menschlichen Intuition, wie obiges Video zeigt.

Die dazu gehörige Website Spurious Correlations zeigt einige wunderschöne Korrelationen, die zu schön sind, um wahr zu sein.

Völlig unvernünftig?

Detmar Doering

Seit einigen Jahren ist eine Aert der verhaltensökonomie in Mode gekommen, die versucht, die Menschen durch kleine Schubser (nudges) zu einem rationalen Verhalten zu bringen, das sie sonst nicht an den Tag legten. Diese u.a. von Cass Sunstein lancierte Theorie hat letztlich zum Ziel, dass es ein dichtes, aber sanftes System von Regulierungen gibt, die ohne offenen Zwang das Verhalten der Bürger steuert. Präsident Obama machte Sunstein übrigens zu seinem Chef-Regulator.

Sunsteins Theorien sind, so schreibt der britische Wissenschaftspublizist Steven Poole in diesem Beitrag für Aeon, nur ein Teil eines größeren Trends. Dieser bestehe aus einer generellen Herabsetzung der Vernunftfähigkeit des Menschen. Darin besteht sozusagen die Prämisse des ganzen. Genau diese Prämisse bestreitet Poole. Die öffentliche Rationalität einer offenen Gesellschaft sei immer noch der beste Problemlöser: “But even if we each acted as irrationally as often as the most pessimistic picture implies, that would be no cause to flatten democratic deliberation into the weighted engineering of consumer choices, as nudge politics seeks to do. On the contrary, public reason is our best hope for survival.”

Fahrerloses Auto, riskante Regulierung

Detmar Doering

FahrerlosesAuto

Das “fahrerlose Auto”, dass sich autonom per Computer und via Satellit steuert, steht kurz vor der Realisierung, wozu die modernen Informationstechnologien wesentlich beigetragen haben. Neue Erfindungen erwecken wohl fast immer Ängste. Und so wird es auch hier Widerstand geben, der sich in strikter präventiver Regulierung niederschlagen wird. Agesichts der hohen Sicherheitsvorteile, die man sich von dieser neuen Technologie versprechen muss (menschliches, nicht technisches Versagen ist die Hauptursache tödlicher Unfälle!), sei dies der falsche Weg, schreiben Adam Thierer und Ryan Hagemann vom Mercatus Center in dieser Studie.

Wo überall Gene drin sind ….

Detmar Doering

Die Gentechnik bedroht unser Leben. Gerade wurde wieder eine entsprechende Machenschaft aus den USA (woher sonst?) entdeckt. Zu lesen ist das hier.