Archiv der Kategorie: Weltwirtschaft

Japan: Alternativlosigkeit als System

Dr. Lars-André Richter

Rücktritte mehrerer Kabinettsmitglieder und wachsender Unmut mit seinem wirtschaftspolitischen Kurs – am Sonntag stellte sich Japans Premier Shinzo Abe vorgezogenen Neuwahlen. Er gewann haushoch. Wie kam es dazu? Bekommt Japan seine Probleme – Deflation und Schuldenberg – noch in den Griff?

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Mythen über TTIP

Steffen Hentrich

Die Kritik am transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) will nicht nachlassen. Mangels Transparenz des politischen Prozedere und aufgrund der Komplexität der Materie haben es die Kritiker des TTIP recht einfach die Verhandlungen zu torpedieren. Christoph Heuermann hat sich in der Huffington-Post gleich drei der Mythen über das TTIP angenommen und zeigt, dass die Furcht vor Beschäftigungsverlusten, einer Gefahr für sozial Schwache und zusätzlichen Risiken für den Verbraucher unbegründet sind. Freihandel schafft in der Summe mehr und produktivere Arbeitsmöglichkeiten und dient den sozial Schwachen allein aufgrund im Wettbewerb sinkender Produktpreise. Höhere Produktivität lässt zudem mehr Spielraum für eine soziale Absicherung der durch eine Stärkung des internationalen Handels ausgelösten strukturellen Veränderungen. Ganz unbestritten sollten die Verhandlungen eines Freihandelsabkommens nicht mit Sekundärzielen überladen werden und transparent sein. Bei aller Kritik im Detail lassen die Gegner am TTIP es selbst oft an Transparenz vermissen: Geht es ihnen nun um eine Aufrechterhaltung des Protektionismus und wollen sie die Menschen an ihrem fundamentalen Freiheitsrecht des gegenseitigen Tauschs hindern oder richtet sich Kritik gegen die Bürokratisierung des internationalen Handels?

Arabische Wirtschaftsfreiheit

Detmar Doering

Jordanien ist das Land in der arabischen Welt, indem die Bürger die größte wirtschaftliche Freiheit genießen können. Das geht aus dem neuen Index Economic Freedom of the Arab World vor, der gerade veröffentlicht wurde. Der letztjährige Spitzenreiter, das sich immer autoritärer gebährdende Bahrain, ist auf den dritten Platz zurückgefallen. Staaten wie Ägypten, Saudi Arabien und Libyen fallen ebenfalls zurück. Algerien bildet – wieder einmal! – das Schlusslicht.

Die Vorteile des freien Handels

Detmar Doering

Die verschiedenen Freihandelsabkommen, die zur Zeit verhandelt werden (allen voran TTIP), sehen sich recht veritablen Protestbewegungen gegenüber. Der Protektionismus scheint gerade in Zeiten viele Anhänger zu finden, in denen die krisengebeutelte und schwächelnde Weltwirtschaft besonders dringend eines neuen Freihandelsimpulses bedarf. Vielleicht bedarf es ab und an einer Erinnerung daran, was für eine Rolle der Freihandel im Kampf für Wohlstand und gegen Armut weltweit gespielt hat und immer noch spielt. Bryan Riley und Terry Miller tun dies anhand solider Statistik in diesem Beitrag für die Heritage Foundation.

Kinderrechte mit Herz und Verstand

Steffen Hentrich

Der negative Zusammenhang zwischen Wohlstand und Kinderarbeit ist nicht zu übersehen.

Mit der Nominierung der pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi für den diesjährigen Friedensnobelpreis werden zwei Menschen geehrt, die für ihre Herzensangelegenheit, der Befreiung von Kindern von Ausbeutung und Elend, viel riskiert haben.

Erfahrungsgemäß ebbt jedoch mit solchen Ehrungen in der Öffentlichkeit das Engagement ab und die Politik hakt das Thema mit der Berücksichtigung von Kinderrechten in internationalen Konventionen ab. Ab und zu noch werden Sweatshops in armen Ländern noch als Schuldige durch die Presse getrieben und der bewusste Verbraucher glaubt das Problem gelöst zu haben, wenn er einen großen Bogen um die Discounter macht oder gleich nur von regionalen Produkten lebt.

Doch getan ist damit gar nichts, sondern lediglich ausgeblendet. Benjamin Powell zeigt in A Case Against Child Labor Prohibitions, dass das Verbot von Kinderarbeit keineswegs den Schulbesuch der betroffenen Kinder bedeutet, wenn sich nicht auch noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in armen Ländern ändern. Armut und ökonomische Alternativlosigkeit sind die Hauptgründe für die Notwendigkeit Kindern einen Teil der Last der Einkommenserzielung aufzuerlegen. Kinder arbeiten vor allem in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe, Sektoren, die in vielen armen Ländern vergleichsweise wenig in den internationalen Handel eingebunden sind. Wirtschaftliche Entwicklung und die dafür notwendig Rahmenbedingungen müssen mit Verstand vorangebracht werden, bevor einem angesichts weltweit glücklicher Kinderaugen wieder das Herz aufgehen kann.

Wirtschaftliche Freiheit: Deutschland rutscht ab im Ranking

Steffen Hentrich

Deutschland verliert im internationalen Ranking der wirtschaftlichen Freiheit: Seine im Jahr zuvor verbesserte Position konnte es nicht halten. Das geht aus der am 6. Oktober 2014 veröffentlichten Studie Economic Freedom of the World 2014 hervor, die sich auf Daten des Jahres 2012 stützt. Sie fasst die Ergebnisse der Bewertung der wirtschaftlichen Freiheit von 152 Ländern weltweit in einem Index zusammen. Dessen wichtigste Eckpunkte sind individuelle Handlungsfreiheit, freiwillige Austauschbeziehungen, freier Wettbewerb und die Sicherheit privater Eigentumsrechte.

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Wachstum und Frieden

Detmar Doering

Als der Anfang der “großen Depression” wird oft der “Schwarze Fretag” des Jahres 1929 angenommen. In Wirklichkeit wurde die dauerhafte Beschädigung der Weltwirtschaft erst 1937 deutlich. Das “new normal” der Wachstumsschwäche begann damals auch außerökonomische Wirkungen zu entfalten, schreibt Wirtschaftsnobelpreisträger Robert J. Shiller hier bei Project Syndicate. Was Wachstumskritiker gerne übersähen, sei die Tatsache, dass dem Null-Wachstum (oder gar der Schrumpfung) außenpolitische Instabilität, Nationalismus und die Tendenz zu Wirtschaftskriegen folge. Das sei 1937 so gewesen, aber auch heute gebe es deutliche Anzeichen. Der Weg zu einer offenen und integrierten Weltwirtschaft müsse wiedergefunden werden.