Archiv der Kategorie: Verbraucherschutz

Nun auch Bofinger gegen EZB-Anleihenkauf

Peter Altmiks

Vorgezogene Bescherung zu Weihnachten: Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrates, befürchtet großen Schaden durch den geplanten Anleihekauf der EZB. Der deutsche Sparer werde belastet. Passend dazu hatte Hans-Werner Sinn vor kurzem den Verlust der Deutschen durch die Niderigzinspolitik seit 2008 auf etwa 300 Mrd. Euro beziffert. Weiterlesen

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NGOs: Vorreiter staatlichen Engagements, nicht Opposition

Steffen Hentrich

Nichtregierungsorganisationen tragen zwar noch stolz das N in ihrem Namen, grenzen sich jedoch nicht mehr von der Allmacht des Staates zugunsten der Bürger ab, sondern sind mit ihm eine Symbiose eingegangen. Das stellt Hasso Mansfeld heute in seinem Beitrag Die außerparlamentarische Regierung  im Debatten-Magazin The European fest. Der Staat treibt gemeinsam mit NGOs die Entmündigung des Bürgers vorran, NGOs sind zum Schrittmacher staatlichen Engagements geworden. Mit Schreckensszenarien wird in der Bevölkerung die Angst vor diversen gefahren des Alltags geschürt, was es dem Staat vereinfacht immer tiefer in den Alltag der Bürger hineinzulenken.

Mythen über TTIP

Steffen Hentrich

Die Kritik am transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) will nicht nachlassen. Mangels Transparenz des politischen Prozedere und aufgrund der Komplexität der Materie haben es die Kritiker des TTIP recht einfach die Verhandlungen zu torpedieren. Christoph Heuermann hat sich in der Huffington-Post gleich drei der Mythen über das TTIP angenommen und zeigt, dass die Furcht vor Beschäftigungsverlusten, einer Gefahr für sozial Schwache und zusätzlichen Risiken für den Verbraucher unbegründet sind. Freihandel schafft in der Summe mehr und produktivere Arbeitsmöglichkeiten und dient den sozial Schwachen allein aufgrund im Wettbewerb sinkender Produktpreise. Höhere Produktivität lässt zudem mehr Spielraum für eine soziale Absicherung der durch eine Stärkung des internationalen Handels ausgelösten strukturellen Veränderungen. Ganz unbestritten sollten die Verhandlungen eines Freihandelsabkommens nicht mit Sekundärzielen überladen werden und transparent sein. Bei aller Kritik im Detail lassen die Gegner am TTIP es selbst oft an Transparenz vermissen: Geht es ihnen nun um eine Aufrechterhaltung des Protektionismus und wollen sie die Menschen an ihrem fundamentalen Freiheitsrecht des gegenseitigen Tauschs hindern oder richtet sich Kritik gegen die Bürokratisierung des internationalen Handels?

Sharing Economy und Wettbewerb

Detmar Doering

Die „Sharing Economy“ ist ein zutiefst ökonomisches Phänomen. Sie bringt Wettbewerb dorthin, wo früher nur eine dichte Regulierung angemessenen Kundenschutz garantieren konnte, die jetzt durch neue Technologien überflüssig geworden sind. Uber als Konkurrent des traditionellen taxigeschäfts sei erst der Anfang, meint Carina Lindener in diesem Ordnungspolitischen Kommentar. Auch für Hotels und andere Branchen gebe es Potentiale.

Oregon, Colorado und die Gentechnik

Detmar Doering

Fast unbemerkt über der Niederlage für Präsident Obama bei den US-Senats- und Gouverneurswahlen blieben hierzulande zwei Sachabstimmungen, die eigentlich besondere Aufmerksamkeit verdienten. Die Wähler in Oregon und Colorado haben einem Antrag eine Absage erteilt, der für Produkte, die gentechnisch veränderte Substanzen enthalten, Warnlabel vorschreiben wollte. Dem kam eine gr0ß angelegte Metastudie zuvor, die – wie der Economist hier berichtet – die Unwissenschaftlichkeit vieler Anti-Gentechnik-Positionen eindeutig belegte. Es wäre interessant zu wissen, wie so eine Abstimmung im weitaus irrationaleren Meinungsklima in Deutschland ausgehen würde.

Ein Bumerang aus dem Wirtschaftsministerium

Steffen Hentrich

Nach Informationen der Tageszeitung Die Welt beabsichtigt Bundeswirtschaftsminister Gabriel mehr Transparenz in die Stromrechnung zu bringen und einen Ausweis aller Kostenbestandteile des Stroms einzuführen. Aus der Perspektive des Verbrauchers ist das sicherlich zu begrüßen, denn inzwischen sind nur noch ungefähr die Hälfte des Strompreises Ergebnis des Wettbewerbs. Der Rest ist eine direkte Folge staatlicher Interventionen und wird direkt auf die Verbraucher umgelegt. Nur sehr schwer zu quantifizieren ist, welche indirekte Wirkung die Energiepolitik auf den Strommarktwettbewerb und damit auf die dort entstehenden Preise hat. Jahrelang wurde immer wieder behauptet, dass sich vor allem die Stromversorger an den Verkaufserlösen gesundstoßen, die Energiewende selbst gar nicht das Problem sei. Die Stagnation des durch Erzeugung, Transport und Vertrieb verursachten Preisbestandteils zeigt jedoch, dass in den vergangenen fünf Jahren nahezu ausschließlich den Preis nach oben getrieben hat.

Strompreise

Mit der nun auch durch den Bundesrat gebrachten EEG-Reform glaubt die Bundesregierung offenbar die Preisexpansion stoppen oder verlangsamen zu können, weshalb es attraktiv sein könnte diese Erfolgsmeldung den Stromverbrauchern per Rechnung unter die Nase reiben zu können. Mit der halbherzigen Reform, die weder eine effiziente Marktintegration der Erneuerbaren bewirkt, noch den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien anheizt, und den nach wie vor ambitionierten Ausbauzielen hat sich die Bundesregierung jedoch bestenfalls eine Atempause verschafft. Nicht unwahrscheinlich ist deshalb, dass die Transparenz auf der Strom über kurz oder lang zum Bumerang wird.

 

Fair Trade: Reine Statusfrage

Detmar Doering

Seit den Tagen von Thorstein Veblen ist es unter Kapitalismuskritikern populär, die Marktwirtschaft als etwas zu bezeichnen, dass weder Moral noch die Bedürfnisbefriedigung der Menschen zum Ziele habe, sondern die Verbesserung und Zurschaustellung des Status der Besserverdienenden. In diesem Sinne ist es schon eine Ironie des Schicksals, dass dies anscheinend ganz besonders für das kapitalismuskritische Segment der Konsumentenschaft zu gelten scheint. Wie hier zu lesen ist, werden Fair Trade Produkte weniger aus der Überzeugung heraus gekauft, dass sie etwas Gutes für die Menschheit leisten (was fraglich ist), sondern vielmehr, weil der Kauf Status und Ansehen mit sich bringt. Dort wo der Kauf sichtbar geschieht (etwa in Kantinen), wird häufiger auf Fair Trade geachtet als dort, wo man es nicht sieht (etwa im Onlinehandel). Für sichtbaren Status sind die Menschen also bereit, für ein Produkt zu zahlen als man es eigentlich gerne täte.