Archiv der Kategorie: Religion

Brennpunkt Pakistan: Solange es gegen andere geht

Olaf Kellerhoff

Mit Bestürzung, Fassungslosigkeit und Unverständnis nehmen Medienkonsumenten im Westen erneut Nachrichten aus Pakistan zur Kenntnis: Der ehemalige Eisenbahnminister und jetzige Parlamentsabgeordnete Ghulam Ahmad Bilour kündigte an, die Angehörigen der Attentäter vom 7. Januar in Paris unterstützen zu wollen.

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Religion und Meinungsfreiheit in den USA

Gérard Bökenkamp

Was haben die USA und der Iran gemeinsam? In beiden Ländern darf man ungestraft die amerikanische Flagge verbrennen. Im Jahr 1984 hatte ein Linksextremist auf einem Parteitag der Republikaner in Dallas Texas die Nationalflagge der USA öffentlich verbrannt. Daraufhin wurde dieser von einem texanischen Gericht zu einem Jahr Haft verurteilt, weil gegen das Gesetz gegen die Schändung eines verehrten Gegenstandes verstoßen hatte. Der Oberste Gerichtshof entschied schließlich, dass dieses Gesetz eine nicht zulässige Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellte. Demnach fallen auch symbolische Handlungen, mit denen eine Meinung zum Ausdruck gebracht wird, unter den ersten Zusatzparagraphen der US-Verfassung.

Nach einhelliger Meinung gilt das auch für religiöse Texte. Solange ein Buch privates Eigentum ist, gilt anders als in Deutschland kein besonderer Schutz religiöser Gefühle. Dass auch drastische Formen der verächtlichen Behandlung religiöser Inhalte die Gefühle der Gläubigen verletzen, ist nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes ohne rechtliche Bedeutung, da ja genau in dieser Verletzung die Kernbotschaft der Handlung besteht. Im Jahr 2000 stellte der Oberste Gerichtshof fest: „Redefreiheit schließt selbstverständlich das Recht ein, zu versuchen andere zu überzeugen, ihre Meinung zu ändern. Das Recht darf nicht eingeschränkt werden, nur weil die Botschaft des Redners das Publikum abstoßend findet.“

Andrew Hammel: Meinungsfreiheit und Religion, in: Gerard Bökenkamp (Hrsg.): Meinungsfreiheit und Religion, Berlin 2013

Auch im Webshop der Stiftung kostenfrei zu bestellen.

Spott muss erlaubt sein!

Detmar Doering

JesuisCharlie

Die Frage, ob man auch Religion – auch den Islam – verspotten darf, ist gerade nach dem furchtbaren Mordanschlag auf das Pariser Magazin Charlie Hebdo zum Lackmustest für die Meinungsfreiheit geworden. Walter Olson befürchtet in diesem Beitrag für Time, dass die Front hier an einigen Stellen bröckelt. Es gelte: Blasphemiegesetze passen nicht zu einer freien Gesellschaft.

Friedlicher Buddhismus?

Detmar Doering

Der Buddhismus – eine Religion des Friedens? Das ist zumindest nicht immer der Fall. Ein Blick in Rohini Mohans Artikel über Sri Lanka in der New York Times zeigt die gefährliche Seite des dortigen Buddhismus auf.

Rundum politisch korrekt

Detmar Doering

Gesundheitsbewusst. Bio. Geschlechterrollenneutral. Vegan. Wer einem politisch korrekten Lebenstil konsequent frönen will, hat es beim Konsumieren schwer, alle Wünsche auf einmal erfüllt zu bekommen. In Australien hat man jetzt ein ganzheitlich passendes Produkt entwickelt: den biologisch, veganen, geschlechterneutralen, gesunden Lebkuchenmann… äh… Lebkuchenperson.

 

Fokus Menschenrechte: Pakistan – Ein Leben ohne Blumen und Cafés

Olaf Kellerhoff

Der interne Identitätskampf seit Pakistans Staatsgründung wird auf dem Rücken religiöser Minderheiten ausgetragen. Der Zwang, islamistischer zu sein als konkurrierende Islamisten, und auf Seiten von Extremisten, extremistischer zu sein als konkurrierende Extremisten, führt zu einer Abwärtsspirale und einer dramatischen Verschlechterung der Lage von Nicht-Sunniten. Hauptziel sind die Schiiten Pakistans, die ca. 15–20% der Bevölkerung ausmachen. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. Der Westen hat in den 1980ern im Kampf um Afghanistan ebenfalls zur Jihadisierung von Sunniten durch Ausbildung, Geld und Propagandaunterstützung beigetragen und kann sich nun nicht aus der Verantwortung stehlen.

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Das Relikt Kirchensteuer

Peter Altmiks

Wegen der Erhebung von Kirchensteuer auf Kapitalerträge streiten sich derzeit Kirchen und Kreditinstitute. Während die Banken nur ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen und für die beiden priviligierten Amtskirchen die Steuern eintreiben, mutmaßen die beiden Amtskirchen, die Kreditinstitute hätten Kunden zum Austritt geraten.

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