Archiv der Kategorie: Kultur/Literatur/Kunst

Wo Frauenbeauftragte zu Kunstkuratoren werden

Stefan Klinkigt

Die Liste der Bestrebungen selbsternannter Moralwächter, hierzulande die Kunstfreiheit auf ein „sittlich korrektes” Maß zurechtzustutzen, ist um einen weiteren Fall länger geworden. Nachdem 2011 die mit einem Kunstpreis prämierten Werke von Annegret Soltau in einer Ausstellung des Hessischen Rundfunks in Frankfurt/Main mit dunklen „Bilderburkas” schamvoll verhüllt worden waren, und 2013 die VHS Berlin Marzahn-Hellersdorf in vorauseilender Unterwürfigkeit die Bilder der Künstlerin Susanne Schüffel aus ihrem Hause hatte entfernen lassen, ist nunmehr der Maler und Zeichner Hilmar Alexander Röner an der Reihe, dessen bereits aufgebaute „anstößige” Ausstellung – man ahnt es schon: Bilder mit nackten Menschen darauf – noch vor der Vernissage wieder abgehängt wurde. Hatte in den o.g. Fällen von Annegret Soltau und Susanne Schüffel die Angst vor der „Beleidigung religiöser Gefühle” im Vordergrund gestanden, so wurde im aktuellen Fall das Maß der Absurdität noch gesteigert. Man fühlt sich in die Zeit des „Zwickelerlasses” zurückversetzt.

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Donald Duck: Politisch inkorrekt

Detmar Doering

80 Jahre alt ist Donald Duck gerade geworden. Könnte man heute noch so eine Figur erfinden? Immerhin hat er schon im Alter von vier Jahren zu rauchen angefangen – und dies schamlos im Kinderprogramm der Kinos! So etwas liefe dem heutigen Zeitgeist zuwider. Detlef Petereit fragt sich hier bei Novo, ob nicht nur Donald Duck, sondern auch andere Kindheitshelden wie Popeye oder das Sandmännchen nicht bald wegen ihrer politischen Inkorrektheit verbannt oder bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet werden.

Weltmeisterschaft ist Nationalhymnenzeit

Detmar Doering

Während Fußball-Weltmeisterschaften drängen sich auch wieder tribalistische Instinkte nach vorne. Dass es sich für viele Menschen um eine Sache patriotischen Stolzes handelt, wird nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass zu Beginn des Spiels die Nationalhymnen abgespielt werden (sofern nicht peinliche Pannen passieren). Die sind oft ein äußerst mäßiges musikalisches Vergnügen, so dass ihr Zweck, patriotische Gefühle zu erregen nicht immer so recht erreicht wird. Manche sind unerträglich ermüdend. RealClearSports hat die besten und die schlimmsten Nationalhymnen  zusammengestellt. Für diejenigen, die beim heutigen Spiel unserer Mannschaft die Daumen drücken, sei verraten, dass das Deutschlandlied zu den besseren Hymnen gehört und daher hoffentlich seine inspirierende Wirkung entfalten wird.

Aber mal ehrlich, die Fans werden am besten bedient, wenn die Mannschaft selbst ordentliche Gassenhauer singt. Aber das tut sie anscheinend heute nicht mehr – allenfalls gelungene Soloauftritte einzelner Spieler gibt es. Deshalb hier ein Rückblick auf bessere Zeiten:

Stilikone mit Nachdruck

Detmar Doering

Es gibt Menschen, die sind von Natur aus modische Trendsetter. Zu ihnen gehört offensichtlich auch Kim Jong-un, der mit seiner Frisur zu einer Stilikone in seinem Land wurde, der alle Nordkoreaner nacheifern wollen. Und bei denen, die nicht wollen, wird halt ein wenig nachgeholfen.

Kontraproduktiv reguliert

Detmar Doering

Die Filmindustrie ist normalerweise nicht dafür bekannt, dass dort die Marktwirtschaft in gutem Licht dargestellt wird. Manchmal gibt es auch Ausnahmen. Die Homepage EconPop stellt Filme vor, aus denen sich sinnvolle ökonomische Botschaften gewinnen lassen. Im Video unten stellt Andrew Heaton den Film „Dallas Buyers Club“ (2013) aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht vor. Thema sind Regulierungsbehörden, die dem Zweck dienen, den Konsumenten vor sich selbst und profitgierigen Unternehmen zu schützen. Der Beitrag erklärt, warum das Resultat ihrer Bemühungen dann aber oft – gelinde gesagt – recht kontraproduktiv ausfällt:

Kims Kinderbücher

Detmar Doering

Zu dem „Erfolgsgeheimnis“ von Nordkoreas Herrscherdynastie Kim gehört anscheinend, dass sie dass Volk nicht nur mit herkömmlichen Methoden (Folter, Arbeitslager etc.) quält, sondern auch mit der Zurschaustellung ihrer vermeintlichen künstlerischen Talente. Kim Jong Il, der Vater des aktuellen Führers, war nach offizieller Maßgabe der größte Filmregisseur aller Zeiten (ein Trailer als Kostprobe hier, der Meisterfilm in voller Länge hier). Dem Volk mussten seine Filme gefallen – alles andere war verboten. Aber auch vor kultureller Kindesmisshandlung schreckte er nicht zurück. Die BBC berichtet nun von Kinderbüchern, die er angeblich verfasst habe, und die das erschreckende Weltbild des Regimes geradezu trefflich beleuchten. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis auch der Sohn, Kim Jong-un, die Welt mit außergewöhnlichen künstlerischen Darbietungen beglückt …

Filmförderung: Zu viele Filme für zu wenig Zuschauer?

Detmar Doering

Filmförderung

In Deutschland wird kaum je ein Film ohne öffentliche Förderung gedreht. Führt das dazu, dass zu viele Filme für zu wenig Zuschauer gedreht werden? Oder auch dazu, dass die Qualität oft schlecht ist, dafür aber die künstlerische Freiheit der Filmemacher eng beschränkt wird? Diese Fragen stellt sich anlässlich der Berlinale 2014 der Drehbuchautor Knut Boeser in diesem Beitrag für Cicero.