Archiv der Kategorie: Geldpolitik

Trügerische Hoffnung

Detmar Doering

Der Ankauf von Staatsanleihen durch Zentralbanken hat weltweit dramatisch zugenommen. Viele sehen darin ein eher risikoloses Mittel zur Krisenstabilisierung. Stefan Kooths (IfW) hinterfragt diese trügerische Hoffnung auf Sicherheit in diesem Beitrag: “Übersehen wird bei der Forderung nach ausfallsicheren staatlichen Wertpapieren, dass diese genau jenes Ruhekissen darstellen, mit dem sich Vermögende unabhängig von ihren unternehmerischen Fähigkeiten auf Kosten der Allgemeinheit ihrer kapitalistischen Funktion entledigen können.”

Noch ist der Euro nicht gerettet

Detmar Doering

Die Euro-Krise sei noch nicht wirklich vorbei, schreibt Nicolaus Heinen von der Deutschen Bank in diesem Beitrag für Novo, die Euro-Rettung müsse erst noch geschehen. Die Politik reagiere auf diese Herausforderung zurzeit mit einer Mischung von Realitätsverweigerung und Zaghaftigkeit. Die Lasten hätten Steuerzahler und Sparer zu zahlen. Das nötige Wachstum lasse sich so nicht generieren. Euro brauche einen neuen Reformschub und strukturelle Änderungen.

Austerität: Schmerzhaft aber wirksam

Detmar Doering

“Austeritätspolitik” ist für viele Menschen ein Schimpfwort. In der Tat ist eine auf Einsparungen basierende Krisenpolitik meist mit Härten verbunden. Aber löst der gegenteilige Weg wirklich die Probleme, fragt der Schweizer Ökonom Dirk Niepelt in diesem Beitrag der Ökonomenstimme. Er legt dar, welche wichtige Rolle Zahlungsbereitschaft und Schuldenabbau für Wirtschaft und Investorenvertrauen spielen.

Tückische Niedrigzinspolitik

Detmar Doering

Die Niedrigzinspolitik im Euroraum erfreut sich einer großen Beliebtheit bei vielen Politikrn. Sie hilft uns scheinbar über die Eurokrise hinweg. Das könnte sich als Irrtum erweisen, schreiben Jens Boysen-Hogrefe, Nils Jannsen u.a. in diesem Papier des Instituts für Weltwirtschaft. Niedrige Zinsen verdeckten die Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung, sie bestärkten die Risikoneigung bei Kreditvergaben und sie gefährdeten die Altersvorsorge. Um die Niedrigzinspolitik und die Gefahren, die sich daraus ergeben zu mindern, müssten vor allem die Schulden schnell zurückgefahren werden.

Von den Römern lernen …

Detmar Doering

Römische-Münze

Währungs- und Finanzkrisen sind kein neues Phänomen. Die Geschichte des Alten Rom liefert dafür viele Belege. Aber es gab auch viele Beispiele von denen man lernen kann, wie man sich wieder aus der Misere herausarbeiten kann. Peter C. Earle erinnert in diesem Beitrag für das Adam Smith Institute an einige Kaiser, die mit Erfolg Geldschwemmen und Währungsverfall beendeten.

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Knappe Erklärung

Detmar Doering

Die meisten Menschen finden Geldpolitik kompliziert und verstehen die Zusammenhänge nicht. Das wiederum führt zu Politikverdrossenheit. Wie erklärt man also zum Beispiel den Rettungsschirm oder die Empfehlungen von EZB-Präsident Draghi, dass nun alle Regierungen die Geldhähne zu öffnen hätten? Aufklärung tut Not! Der Blog “Freunde der offenen Gesellschaft” erklärt in diesem Video die Sache ganz kurz und bündig.

Risiken für die deutsche Finanzstabilität

Gérard Bökenkamp

Der Ausschuss für Finanzstabilität der mit Inkrafttreten des Finanzstabilitätsgesetzes am 1. Januar 2013 geschaffen wurde, hat seinen ersten Bericht vorgelegt. Der Ausschuss kommt zwar zu dem Schluss, dass sich die Lage stabilisiert habe, aber immer noch einige akute Risiken bestehen. Dazu gehören Forderungen gegenüber Schuldnern aus Ländern, die von der Eurokrise besonders stark betroffen sind, außerdem Forderungen für die Finanzierung von Schiffen und ausländischen Gewerbeimmobilien. Wegen der Niedrigzinspolitik kämen Lebensversicherungsunternehmen verstärkt unter Druck und aufgrund derselben Politik seien möglicher Weise auch in Zukunft eine „sich selber verstärkende Preisspirale“ im Bereich der Wohnimmobilien zu erwarten. Deutsche Banken weisen noch immer Forderungen gegenüber Griechenland, Irland, Portugal, Zypern, Spanien und Italien in der Größenordnung von 221 Milliarden Euro aus. Die Versicherer halten noch immer Forderungen gegenüber diesen Ländern im Umfang von 136 Milliarden Euro.