Archiv der Kategorie: Diskriminierung

Malaysia: „Aus für Anwar – Dunkel für die Demokratie“

Moritz Kleine-Brockhoff & Katharina Weber-Lortsch

Anwar Ibrahim wurde nach seiner Verurteilung abgeführt. Der politisch motivierte Schuldspruch dürfte seine Politkarriere beenden. Damit rückt Aussicht auf Demokratie in Malaysia in weite Ferne.

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Austritt aus dem Kollektiv der Jammerlappen

Steffen Hentrich

Carsten Dethlefs ist blind und hatte trotzdem die Nase voll von seiner Interessensvertretung, dem Blindenverband, weil dieser seiner Meinung nach die Betroffenheit der Blinden nur zementiert. Um wirklich ernst genommen zu werden, so der Mitautor der kürzlich von Michael Prollius unter dem Titel The Standards herausgegebenen Sammlung von kurzen Aufsätzen über Klassiker des Liberalismus, müssten Blinde offensiv zeigen, dass sie mehr können als blind sein. Das ist alles andere als unkompliziert, doch nicht unmöglich.

Kinderrechte mit Herz und Verstand

Steffen Hentrich

Der negative Zusammenhang zwischen Wohlstand und Kinderarbeit ist nicht zu übersehen.

Mit der Nominierung der pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi für den diesjährigen Friedensnobelpreis werden zwei Menschen geehrt, die für ihre Herzensangelegenheit, der Befreiung von Kindern von Ausbeutung und Elend, viel riskiert haben.

Erfahrungsgemäß ebbt jedoch mit solchen Ehrungen in der Öffentlichkeit das Engagement ab und die Politik hakt das Thema mit der Berücksichtigung von Kinderrechten in internationalen Konventionen ab. Ab und zu noch werden Sweatshops in armen Ländern noch als Schuldige durch die Presse getrieben und der bewusste Verbraucher glaubt das Problem gelöst zu haben, wenn er einen großen Bogen um die Discounter macht oder gleich nur von regionalen Produkten lebt.

Doch getan ist damit gar nichts, sondern lediglich ausgeblendet. Benjamin Powell zeigt in A Case Against Child Labor Prohibitions, dass das Verbot von Kinderarbeit keineswegs den Schulbesuch der betroffenen Kinder bedeutet, wenn sich nicht auch noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in armen Ländern ändern. Armut und ökonomische Alternativlosigkeit sind die Hauptgründe für die Notwendigkeit Kindern einen Teil der Last der Einkommenserzielung aufzuerlegen. Kinder arbeiten vor allem in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe, Sektoren, die in vielen armen Ländern vergleichsweise wenig in den internationalen Handel eingebunden sind. Wirtschaftliche Entwicklung und die dafür notwendig Rahmenbedingungen müssen mit Verstand vorangebracht werden, bevor einem angesichts weltweit glücklicher Kinderaugen wieder das Herz aufgehen kann.

Fokus Menschenrechte: Pakistan – Ein Leben ohne Blumen und Cafés

Olaf Kellerhoff

Der interne Identitätskampf seit Pakistans Staatsgründung wird auf dem Rücken religiöser Minderheiten ausgetragen. Der Zwang, islamistischer zu sein als konkurrierende Islamisten, und auf Seiten von Extremisten, extremistischer zu sein als konkurrierende Extremisten, führt zu einer Abwärtsspirale und einer dramatischen Verschlechterung der Lage von Nicht-Sunniten. Hauptziel sind die Schiiten Pakistans, die ca. 15–20% der Bevölkerung ausmachen. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. Der Westen hat in den 1980ern im Kampf um Afghanistan ebenfalls zur Jihadisierung von Sunniten durch Ausbildung, Geld und Propagandaunterstützung beigetragen und kann sich nun nicht aus der Verantwortung stehlen.

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Istanbul im Zeichen des Regenbogens

Christoph Erber

Die „Gay Pride Istanbul“ setzt ein deutliches Zeichen für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben in der Türkei. Gleichzeitig haben Homosexuelle aufgrund gängiger Vorurteile aber nach wie vor einen schweren Stand.

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Verwandte Geisteshaltungen

Detmar Doering

Antisemitismus und Antiamerikanismus gehen meist Hand in Hand. Beide waren auch in Hitlers Weltbild eng miteinander verwoben, berichtet Malte Lehming hier in Cicero. Die Klammer, die beides zu einem kohärenten Weltbild zusammenfügt, ist ein antimodernistischer Antikapitalismus. Er findet sich gleichermaßen rechts und links im politischen Spektrum.

Weibliche Orkane, männliche Orkane

Detmar Doering

Im Zuge der Gleichstellung von Mann und Frau hat man in den 70er Jahren beschlossen, Orkane nicht mehr nur Frauennamen zu geben. Aber wie es so ist: Eine Regelung gebiert die nächste … Nun haben Forscher herausgefunden, dass die Orkane mit weiblichen Namen mehr Menschen auf den Gewissen als die mit männlichen. Eine neue Lösung werde gesucht, berichtet Alex B. Berezow hier auf RealClearScience.