Archiv des Autors: fnfip

Malaysia: “Aus für Anwar – Dunkel für die Demokratie”

Moritz Kleine-Brockhoff & Katharina Weber-Lortsch

Anwar Ibrahim wurde nach seiner Verurteilung abgeführt. Der politisch motivierte Schuldspruch dürfte seine Politkarriere beenden. Damit rückt Aussicht auf Demokratie in Malaysia in weite Ferne.

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Indien: Rajan – Rockstar und Retter der Wirtschaft?

Jens Rosendal

Der hoch dekorierte Chicagoer Professor Raghuram Rajan übernahm 2013 in einer schweren Wirtschaftskrise das Amt des Präsidenten der Indischen Zentralbank. Mit einem stringenten Programm und ohne Angst vor der Regierung liberalisiert er seitdem die Finanzwelt des Subkontinents und führt die indische Rupie behutsam zu niedriger Inflation, Stabilität und Kraft. Seine Ideen wie das Bankkonto für alle oder Staatshilfen ohne korrupte Bürokratie sollen vor allem die armen Bevölkerungsschichten erreichen. Bis jetzt ist es eine Erfolgsgeschichte, der viele eine lange Dauer wünschen.

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Meilenstein im Demokratisierungsprozess – Regierungsbildung in Tunesien unter liberaler Beteiligung

Ralf Erbel

Tunesien hat eine neue Regierung. Das im Oktober 2014 gewählte Parlament sprach gestern mit überwältigender Mehrheit der neuen Vier-Parteien-Koalition unter Führung von Premierminister Habib Essid das Vertrauen aus. Hatte der Wahlkampf noch ganz im Zeichen des Machtkampfs zwischen dem säkularen und religiös-konservativen Lager gestanden, einigten sich die rivalisierenden Lager nun auf die Bildung einer großen Koalition. Die islamisch-konservative Ennahda Partei ist damit trotz ihrer Wahlschlappe an der Regierung beteiligt. Prominent vertreten ist auch die aufstrebende sozialliberale Partei Afek Tounes mit drei Regierungsämtern.

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Brennpunkt Pakistan: Solange es gegen andere geht

Olaf Kellerhoff

Mit Bestürzung, Fassungslosigkeit und Unverständnis nehmen Medienkonsumenten im Westen erneut Nachrichten aus Pakistan zur Kenntnis: Der ehemalige Eisenbahnminister und jetzige Parlamentsabgeordnete Ghulam Ahmad Bilour kündigte an, die Angehörigen der Attentäter vom 7. Januar in Paris unterstützen zu wollen.

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2015 – ein Schicksalsjahr für Polen

Dr. Borek Severa

Mehrere entscheidende Ereignisse und politische Entwicklungen beschäftigen die Bürger in Polen zu Beginn des Jahres 2015. Im Mai finden Präsidentschaftswahlen und im Oktober Parlamentswahlen statt. Das Vorgehen Russlands in der Ukraine lässt alte Ängste um die eigene Unabhängigkeit aufleben und setzt die Sicherheitspolitik auf der Prioritätenliste der Regierung ganz nach oben. Zudem haben die jüngsten Streiks der Bergleute deutlich gemacht, dass Polen, das die globale Finanzkrise als einziges der EU-Beitrittsländer ohne Blessuren gemeistert hat, wirtschaftspolitisch unruhigeren Zeiten entgegen geht.

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Regierungsbildung in Griechenland

Markus Kaiser & Athanasios Grammenos

Am Dienstag (27.01.) wurde die neue griechische Regierung der linkspopulistischen SYRIZA und der rechtspopulistischen „Unabhängigen Griechen“ (ANEL) im Parlament vereidigt. Neuer Premierminister ist der erst 40-jährige Alexis Tsípras, Finanzminister wurde mit dem Wirtschaftsprofessor Yannis Varoufákis ein rigoroser Gegner der Austeritätspolitik. Einig sind sich die Links- und Rechtspopulisten in ihrer Totalopposition gegen den Sparkurs sowie in der Forderung nach einem Schuldenschnitt.

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“Nordwestafrika” ist überall

Inge Herbert

Die jüngsten Attentate in Paris haben in Westafrika Kundgebungen unterschiedlicher Zielrichtungen und Debatten nach sich gezogen, die von verschiedenen Weltsichten und Unverständnis geprägt sind. Dennoch ist gerade der Nordwesten Afrikas von Terrorgruppen, die sich auf den Islam berufen, stark betroffen. Stehen wir am Beginn eines Werte-, Religions- oder Glaubenskrieges oder gibt es Perspektiven für gemeinsames Handeln gegen den Terror?

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