2015 – ein Schicksalsjahr für Polen

Dr. Borek Severa

Mehrere entscheidende Ereignisse und politische Entwicklungen beschäftigen die Bürger in Polen zu Beginn des Jahres 2015. Im Mai finden Präsidentschaftswahlen und im Oktober Parlamentswahlen statt. Das Vorgehen Russlands in der Ukraine lässt alte Ängste um die eigene Unabhängigkeit aufleben und setzt die Sicherheitspolitik auf der Prioritätenliste der Regierung ganz nach oben. Zudem haben die jüngsten Streiks der Bergleute deutlich gemacht, dass Polen, das die globale Finanzkrise als einziges der EU-Beitrittsländer ohne Blessuren gemeistert hat, wirtschaftspolitisch unruhigeren Zeiten entgegen geht.

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Eine Antwort zu “2015 – ein Schicksalsjahr für Polen

  1. Die Ängste gegenüber Russland sind kaum nachvollziehbar. Polen ist seit 1999 NATO-Mitglied. Ein Angriff auf Polen würde also den NATO-Fall auslösen. Russland wird also auf keinen Fall einen Angriff auf Polen überhaupt erst als Möglichkeit in Betracht ziehen. Das wissen auch die verantwortlichen Politiker in Polen.
    Man sollte diesbezüglich an die Äußerungen sowohl Obamas wie auch Putin, die beide eine unmittelbare Konfrontation, die wäre dann ja zwingend, ausschließen. Beide wissen, dass es nach einem solchen Krieg keinen Grund mehr für irgendeinen Krieg geben wird.
    Man hat eher den Eindruck, dass es seitens einiger Polen ein Interesse an einen Konflikt gibt, ein Interesse, das sich aus den von der UdSSR zu Beginn des 2. Weltkriegs angeeigneten Ostteil Polens ergibt.
    Nur wäre Polen gut beraten, derartige Argumentationen zu unterlassen, zum einen, weil Polen damals ein Äquivalent, nämlich die Ostgebiete des ehemaligen deutschen Reiches bekommen hat, zum anderen, weil eben solche über vorgebliche „Ängste“ transportierte Wunschvorstellungen tatsächlich Konflikte auslösen könnte, die sehr schnell nicht mehr beherrschbar seien werden. Deutschland hat auf seine ehemaligen Ostgebiete verzichtet und das auch verbindlich erklärt. Man sollte es dabei belassen.
    Im übrigen mögen sich die Polen dann und wann daran erinnern, dass auch die Russen, geht man in die Historie zurück, Ängste gegenüber den Polen haben könnten, Auch die Polen hatten erhebliche Teile des damaligen Russlands für eine kurze Zeit okkupiert. Derartige Geschichtsbetrachtungen darf man als völlig sinnfrei betrachten. Sie dienen lediglich der Aufrechterhaltung bzw. Erzeugung von gegenseitigen Ressentiments. Und die haben bisher noch nie positive Ergebnisse gebracht.

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