Wo ist der Esel?

Steffen Hentrich

„Zeit für eine neue Haltung“ ist das diesjährige agrarpolitische Motto von Bündnis 90/Die Grünen. Symbolträchtig werden für diese Kampagne die Bremer Stadtmusikanten verfrühstückt, wobei der alte Esel der 2015 weichen musste. Sie wollen eine bäuerliche Landwirtschaft, die weitgehend auf die Effizienz moderner Landwirtschaftstechnologien verzichtet und nicht per se ökologischer ist, und trotzdem verhindern, dass gutes Essen ein Luxusgut wird. Wie soll das funktionieren, die Kosten der Landwirtschaft steigern und gleichzeitig die Preise ihrer Produkte senken? Das kann nur mit Subventionen funktionieren, die den Bürgern in Form von Steuern aus der Tasche gezogen werden. Auch der Freiheit des internationalen Handels, mit seinen produktivitätssteigernden Effekten der Spezialisierung und der Landwirtschaft dort, wo sie die besten Bedingungen vorfindet, was auch der Umwelt zugute kommt, ist ihnen ein Dorn im Auge. Deshalb sollen TTIP und CETA verhindert werden, statt den Abkommen einen Rahmen zu geben, der Chancen nutzt und Risiken reduziert. Zu guter letzt wird der Gentechnik in der Landwirtschaft keine Chance gegeben, obgleich der Nachweis längst erbracht wurde, dass sie die Umwelt schon heute entlastet, indem die ökologischen Folgen der industriellen Landwirtschaft ohne Produktivitätsverluste reduziert werden. Die Jahreszahl anstelle des gemeinhin als einfältig geltenden Lastentieres zu setzen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die grüne Verweigerungshaltung gegenüber Fortschritt und Freihandel eine große Eselei ist.

3 Antworten zu “Wo ist der Esel?

  1. Normalerweise, stimme ich Ihnen oft zu, allerdings zum Thema GMO’s und diesen Abkommen nicht. Wo ist der Beweis, dass Genmanipulation von Nahrungsmitteln,nicht schädlich ist? Haben Sie Langzeitstudien die das Beweisen? Ich kenne nur Studien die auf erhebliche Risiken hindeuten.
    Und diese Abkommen dienen leider nur dem Korporatismus und nicht der freien Marktwirtschaft. Ich wuenschte das wir endlich mal von diesem verfluchten Korporatismus weg kommen koennten, dann wäre allen geholfen und Freiheitlicher geht es nicht.

  2. Steffen Hentrich

    Was hat mein Kommentar mit Korporatismus zu tun? Freie Marktwirtschaft bedeutet auch Freiheit der Forschung und des Einsatzes neuer Technologien. Ein GMO-Verbot wie es den Grünen vorschwebt ist das glatte Gegenteil dessen. Offenbar kennen Sie nur Studien, die Risiken übertreiben. Empirische Studien können weder feststellen, dass GMO unsicher noch wirtschaftlich riskant für die Landwirte sind.

    http://www.geneticliteracyproject.org/wp/wp-content/uploads/2013/10/Nicolia-20131.pdf

    http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0111629

  3. „Ich kenne nur Studien die auf erhebliche Risiken hindeuten.“

    Auch wenn’s ein wenig überheblich klingt: Dann sollten sie sich noch mal intensiver mit der gesamten Forschungslandschaft auseinandersetzen. Da sind solche Ergebnisse nämlich die Ausnahme und zudem auch eher in der grauen Literatur zu finden. Die Meta-Studien die Herr Hentrich verlinkt hat sind ein guter Ausgangspunkt.

    Über die mit GMO verknüpfte Problematik des Geistigen Eigentums kann man gesondert diskutieren (wenn überhaupt liegt hier das Risiko für Korporatismus)

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