Locavoren mit besserer Moral?

Detmar Doering

Die „Locavoren“ sind auf dem Vormarsch. Der Glaube, es sei besser, Lebensmittel und andere Produkte aus der regionalen Nachbarschaft zu kaufen, wird nicht nur ökonomisch begründet, sondern hat bereits den Beiklang höherer ethischer Standards angenommen. Aber besteht dieser Anspruch zu Recht? Brian Brenberg und Chris Horst stellen sich hier bei RealClearMarkets diese Frage. Sie kommen zu dem Schluss, dass dieser neue Regionalismus nicht nur ökonomisch falsch gedacht sei. Auch der moralische Anspruch, dass der Nachbar in der Nähe einen moralisch höheren Anspruch auf Gewinn habe als der Mensch im fernen Ausland, sei fragwürdig.

Eine Antwort zu “Locavoren mit besserer Moral?

  1. Die Deutschen sind nun mal zu einem Volk der Ahnungslosen geworden. Sie prahlen zwar gerne von ihren Auslandsaufenthalten und meinen tatsächlich, sie hätte dort eine Vorstellung von den Verhältnissen dort sich verschafft. Dabei haben sie sich lediglich wie in einem Zoo aufgehalten. In irgendwelchen Resorts mit Ausflügen, wo ihnen das gezeigt wurde, was dem jeweiligen Land wichtig erscheint und was den indoktrinierten Vorstellungen der Deutschen entspricht.
    In Wahrheit haben sie gar nichts mitbekommen. Sie wiegen sich in ihrer Arroganz, etwas besseres zu sein und den Menschen dort gönnerhaft Trost spenden zu müssen.
    Sehen wir doch mal Bangladesh, das frühere Ost-Pakistan. Als ich dort Ende der 60er Jahre an einem Kraftwerksbau beteiligt war, lebten dort 65 Millionen Menschen. Ein Land von der Größe Bayerns, Hessens und Nordrheinwestfalens. Heute sind es mehr als 200 Millionen.
    Diese Menschen sind auf die Aufträge aus dem Ausland angewiesen.
    Der Fehler, der hier immer wieder gemacht wird, ist, die Einkommenvergleiche in unserer Währung, oder in Dollar anzustellen. Es ist ein Zeichen der offenbar gewollten Verblödung der Menschen hier, wenn sie nicht erkennen, dass es zunächst völlig gleichgültig ist, wieviel Dollar oder Euro jemand dort bekommt. Entscheidend ist, wie lange er für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss und damit untrennbar, ob es überhaupt eine solche Arbeit gibt. Ein Bengale zahlt für seine Unterkunft keine 93.000 Taka, was etwa 800 € entspricht.
    Das Problem ist, wenn die Einkaufe, die sicher für unsere Verhältnisse billig sind, dort wegfallen, dann gehen dort die Lichter komplett aus. Das sollten sich die deutschen Gutmenschen mal durch den Kopf gehen lassen, wenn sie denn überhaupt nach der sogenannten Schulbildung hier noch dazu in der Lage sind.
    Statt des Sozialkundeschwachsinns wäre es wesentlich angebrachter, ein Fach Wirtschaftskunde in den Schulen hier einzuführen. Aber das ist naürlich nicht gewollt. Die Schüler könnten dann ja erkennen, wie man sie nach Strich und Faden huer ausnimmt.

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