Bessere Betreuung für Langzeitarbeitslose

Peter Altmiks

Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) beschreibt in seinem aktuellen IZA Compact die Lage der Langzeitarbeitslosen und zeigt Wege zu einer besseren Betreuung auf. Vor allem weist der Autor Alexander Spermann auf eine Unterschätzung der Zahl der Langzeitarbeitslosen durch die bundesdeutsche Statistik hin: Wenn Langzeitarbeitslose länger als sechs Wochen beschäftigt oder in der arbeitsmarktpolitischen Maßnahme waren, beginnt die Messung der Dauer der Arbeitslosigkeit wieder von vorn. Nach der umfragebasierten Statistik der OECD liegt die Langzeitarbeitslosenquote mit 45 Prozent ergo ungleich höher und um zehn Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller OECD-Staaten.

Die beiden Hauptrisiken sind höheres Alter und fehlende Berufsausbildung. Fast die Hälfte aller über 55-jährigen Arbeitslosen und 40 Prozent der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung waren 2013 langzeitarbeitslos. Und es könnte noch schlimmer kommen: Fast alle Arbeitsmarktökonomen gehen von einer höheren Langzeitarbeitslosigkeit durch den kommenden allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn aus.

Eine wirksame Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit setzt zuerst auf Prävention, d.h. die derzeit 1,5 Mio. Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung müssen schnellstmöglich eine Berufsausbildung schaffen, ggf. auch erstmal eine Teilqualifizierung. Zudem wird dem harten Kern der dauerhaft Langzeitarbeitslosen in den Jobcentern noch zu wenig Betreuungszeit eingeräumt. Auch eine intensive Betreuung nach Aufnahme der Beschäftigung ist sinnvoll.

Eine Antwort zu “Bessere Betreuung für Langzeitarbeitslose

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