Nun auch Bofinger gegen EZB-Anleihenkauf

Peter Altmiks

Vorgezogene Bescherung zu Weihnachten: Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrates, befürchtet großen Schaden durch den geplanten Anleihekauf der EZB. Der deutsche Sparer werde belastet. Passend dazu hatte Hans-Werner Sinn vor kurzem den Verlust der Deutschen durch die Niderigzinspolitik seit 2008 auf etwa 300 Mrd. Euro beziffert.

Die EZB drücke die Rendite von deutschen Staatsanleihen mit ihrem starren Anleiheaufkaufprogramm auf nahezu Null. Bofinger kritisiert die EZB-Maßnahme vor allem vor dem Hintergrund der Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge. Bofinger weiter: „Zentralbankgeld gibt es schon jetzt wie Freibier“. Wenn man die Sättigungsmenge erreicht habe, und der Preis bei null liege, dann helfe es nicht, noch mehr Freibier hinzustellen. „Es wird nicht mehr konsumiert.“

Wenn schon bisherige Befürworter der expansiven EZB-Geldpolitik, die eigentlich eine offene Staatsfinanzierung ist, die Seite wechseln und die EZB deutlich kritisieren, sollte uns das zu denken geben.

Eine Antwort zu “Nun auch Bofinger gegen EZB-Anleihenkauf

  1. Der Einzug dieser Gelder bei den Bürgern hat doch längst begonnen. Kürzlich erhielt ich einen Status einer Versicherung. Dort wurde mir lapidar mitgeteilt, dass der bis zum Stichtag 01.11.2014 hzugewiesene Bonus von 2650,00 € ab dem 01.11.2014 nur noch 2.272,00 € beträgt, also knappe 15 % reduziert.
    Das ist in diesem Fall sicher noch eine marginale absolute Summe. Rechnet man dieses Verfahren allerdings hoch, kommt man auf gewaltige Summen, die offensichtlich aus den Schuldenschnitten für Griechenland herrühren.
    Die Zinsleistungen für die griechischen Schulden wurden ja über die Rettungsschirma (hoffentlich) bezahlt. Dafür waren sie ja schließlich aufgelegt worden.
    Wenn man ein wenig tiefer gräbt, kann man über die Dreistigkeit und Frechheit dieser „Troika“ und deren Hintermänner in der EU, IWF etc. nur noch staunen.
    Im übrigen hat dieser Draghi mit seiner US-Masche Geld zu drucken eins übersehen. Der Euro ist keine Leitwährung. Die USA können ziemlich gefahrlos endlos Geld drucken, Leidtragende sind dann die Papiersammler, die sich noch auf den Dollar einlassen.
    Wenn der Euro ein Sinn haben sollte, dann doch den, die Außenhandelsgeschäfte der EU weitestgehend über den Euro auch abzurechnen, einschl. des Öls etc. Das hätte so manche Finanzprobleme gar nicht erst entstehen lassen. Und den Konflikt mit Russland gäbe es auch nicht. Vermutlich dann aber einen mit den USA.
    Wirtschaftlich ist die USA gravierend geschrumpft. Ihnen ist entscheidend das Finanzwesen geblieben, das sie nur über die Leitwährung Dollar halten können und ihr Militär.
    Es liegt doch auf der Hand, dass es genau die vermeintliche militärische Stärke der USA ist, die den Staaten die Möglichkeit gibt, möglichst viele Konfliktgerde in der Welt zu initiieren, damit ein Bedrohungspotential zu schaffen, das den Rest der Welt, soweit er mit den USA in engerem Kontakt steht, veranlasst, diesen militärischen Schutz in Anspruch zu nehmen.
    Genau das sieht man heute jeden Tag aufs Neue.
    q.e.d.

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