So rechnet sich das Internet grün

Steffen Hentrich

Nach und nach kündigen die Giganten der Internetwirtschaft an ihren Strom nur noch aus sogenannten erneuerbaren Energieträgern produzieren zu lassen. Google will Windstrom von der Nordseeküste kaufen, Amazon verkündet ebenfalls in Zukunft nur noch mit Grünstrom zu rechnen. Zu dumm, dass diese Rechnung nur aufgeht, wenn der Verbraucher und große Teile der Wirtschaft per EEG-Umlage dafür aufkommen, dass die plötzlich „ökologisch“ agierenden Unternehmen lediglich den Börsenpreis für den Grünstrom zahlen brauchen. Es reicht nämlich nicht, sich lediglich mit billigem Wind- oder Solarstrom beliefern zu lassen, wenn dieser verfügbar ist und sich ansonsten aus dem allgemeinen Strommix einzudecken. Ehrliche Ökounternehmen würden auch die im Rahmen des EEG gezahlte Marktprämie übernehmen und sich mit Notstromaggregaten und Energiespeichern eindecken, die bei Flaute und Wolkenhimmel für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen. Schuld an dieser Misere sind jedoch nicht Google und Co, denen macht es die Energiewendepolitik nur leichter sich in ein grünes Rampenlicht zu stellen. Das Problem sind nach wie vor die staatlichen Privilegieren für Grünstrom durch das EEG, die dafür sorgen, dass die wahren Kosten des Greenwashings nicht direkt beim Verbraucher ankommen.

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