Corporate Social Responsibility: Ein Fall fürs Kartellamt?

Steffen Hentrich

Die Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung durch Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt (engl. Corporate Social Responsibility, CSR) statt der ausschließlichen Verpflichtung gegenüber den Kunden und Kapitalgebern ist eine inzwischen institutionalisierte Forderung. Zumeist von NGOs formulierte Interessen, die vermeintlich des Volkes Stimme widerspiegeln, nehmen immer stärker Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. David Henderson hat dieses Phänomen schon 2001 in seinem beim Londoner Institute of Economic Affairs erschienenem Buch Misguided Virtue: False Notions of Corporate Social Responsibility detailliert beschrieben und argumentiert, dass CSR, selbst wenn dieses Prinzip dem einzelnen Unternehmen zur Gewinnmaximierung verhelfen vermag, in der Summe wohlfahrtsschädigend ist, da seine Umsetzung oft hohe Kosten verursacht ohne nachweislich nutzenstiftend zu sein. Ähnlich argumentiert Sascha Tamm in CSR: Opportunismus statt Verantwortung bei Novo-Argumente. Der mit CSR einhergehende Konformitätsdruck kann überdies zum Innovationshemmnis werden. Vielleicht trägt diese Wirkung auch zur Zustimmung vieler multinationaler Unternehmenzu zu CSR bei? Einheitliche Umwelt- und Sozialstandards, die ungeachtet der konkreten Standortbedingungen des Unternehmens praktiziert werden müssen, sind ein implizites Wettbewerbshemmnis. Wer wird schon das Kartellamt anrufen, wenn sich Unternehmen im Namen der Nachhaltigkeit untereinander absprechen.

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