Klimapolitik: Eile mit Weile

Steffen Hentrich

Statistisch gesehen macht die globale Erwärmung seit fast zwanzig Jahren Pause, obwohl der Anstieg der Kohlendioxidemissionen ungebremst verläuft. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die für Projektionen des zukünftigen globalen Klimas herangezogenen Modelle die globale Erwärmung überschätzen. Da die empirisch nicht haltbare Klimasensitivität der Kohlendioxidemissionen Eingang in sogenannte Integrierte Modelle zur Klimafolgenabschätzung (Integrated Assessment Modells – IAMs) findet, deren erklärter Zweck eine Abschätzung der wirtschaftlichen Folgen von Treibhausgasemissionen als Entscheidungsgrundlage der Klimapolitik ist, ist das Risiko groß, dass die aus diesen Modellen abgeleiteten Klimaschutzziele viel zu hochgesteckt sind und Eingriffe in die Wirtschaft erfordern, deren hohe Kosten nicht zu rechtfertigen sind. Der kanadische Ökonom Ross McKitrick zieht daraus in seiner jüngsten, für das Fraser Institute angefertigten Sudie Climate Policy Implications of the Hiatus in Global Warming den Schluss, dass die Klimapolitik eine Pause einlegen sollte, bis die Wissenschaft befriedigende Antworten geliefert, weshalb die Ergebnisse der Klimamodelle und die realen Temperaturveränderungen seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr zueinander passen. Einige Jahre Pause würden die Menschheit vor teuren klimapolitischen Fehlern bewahren, wohingegen sich die Risiken des Abwartens in Grenzen halten dürften. Schließlich gehen die Mahner in der Klimapolitik stets davon aus, dass die Erderwärmung ohne sofortige Gegenmaßnahmen zwangsläufig außer Kontrolle geraten würde, eine Prämisse, die angesichts der vergangenen Entwicklung und der methodischen Fehler aktuell verwendeter Modelle ja gerade nicht haltbar ist. Zudem schlägt der Autor der Studie vor, dass die Klimapolitik sowohl bei ihrer Zielsetzung als auch bei der Implementation von Klimaschutzinstrumenten einen wirksamen Feedbackmechanismus verwenden sollte. Hierzu wiederholt er seinen vor einigen Jahren gemachten Vorschlag einer Klimaschutzsteuer, deren Abgabensatz mit Hilfe eines einfachen und transparenten Algorithmus entsprechend der Veränderungen globalen Durchschnittstemperatur nach ober oder unten angepasst wird. Nur so könne langfristig vermieden werden, dass wissenschaftliche Unsicherheit nicht in eine starren und damit wachstumsschädigenden Klimapolitik mündet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s