Kinderrechte mit Herz und Verstand

Steffen Hentrich

Der negative Zusammenhang zwischen Wohlstand und Kinderarbeit ist nicht zu übersehen.

Mit der Nominierung der pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi für den diesjährigen Friedensnobelpreis werden zwei Menschen geehrt, die für ihre Herzensangelegenheit, der Befreiung von Kindern von Ausbeutung und Elend, viel riskiert haben.

Erfahrungsgemäß ebbt jedoch mit solchen Ehrungen in der Öffentlichkeit das Engagement ab und die Politik hakt das Thema mit der Berücksichtigung von Kinderrechten in internationalen Konventionen ab. Ab und zu noch werden Sweatshops in armen Ländern noch als Schuldige durch die Presse getrieben und der bewusste Verbraucher glaubt das Problem gelöst zu haben, wenn er einen großen Bogen um die Discounter macht oder gleich nur von regionalen Produkten lebt.

Doch getan ist damit gar nichts, sondern lediglich ausgeblendet. Benjamin Powell zeigt in A Case Against Child Labor Prohibitions, dass das Verbot von Kinderarbeit keineswegs den Schulbesuch der betroffenen Kinder bedeutet, wenn sich nicht auch noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in armen Ländern ändern. Armut und ökonomische Alternativlosigkeit sind die Hauptgründe für die Notwendigkeit Kindern einen Teil der Last der Einkommenserzielung aufzuerlegen. Kinder arbeiten vor allem in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe, Sektoren, die in vielen armen Ländern vergleichsweise wenig in den internationalen Handel eingebunden sind. Wirtschaftliche Entwicklung und die dafür notwendig Rahmenbedingungen müssen mit Verstand vorangebracht werden, bevor einem angesichts weltweit glücklicher Kinderaugen wieder das Herz aufgehen kann.

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