Zuviel des Guten

Steffen Hentrich

Agora-Energiewende meldete gestern, dass die Stromerzeugung aus sogenannten erneuerbaren Energieträgern inzwischen die Produktion von Strom aus Braunkohle überholt hat. Diese Erfolgsmeldung muss von den Stromkunden teuer bezahlt werden, sie müssen für die EEG-Umlage und weitere Fördergelder in Milliardenhöhe aufkommen und werden an den Systemkosten beteiligt, die durch die Aufnahme des volatilen Grünstroms ins Stromnetz entstehen. Was hier wie eine gewaltige Leistung klingt ist kein Zauberkunststück, wenn man bedenkt wie hoch der volkswirtschaftliche Aufwand für die Systemintegration des Stroms aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse ist. So kommen die Energieexperten auch nicht umhin, den 11.Mai diesen Jahres implizit als Tag der volkswirtschaftlichen Verschwendung zu vermerken. An diesem Tag musste in der Nachmittagszeit die Abnahme von Strom aus 11 Gigawatt Überschussleistung für jeweils knapp 6 Eurocent pro Kilowattstunde bezahlt werden. Solche negativen Strompreise, die Marktreaktion auf subventionsbedingte Überproduktion, sind für die Stromerbrauch und -produzenten Mehrkosten denen keinerlei echter Nutzwert gegenüber steht. Nach Ansicht der Agora-Experten muss, um das zu vermeiden, das Stromsystem flexibler werden. Die bessere Lösung wäre allerdings eine flexiblere Bundesregierung, die endlich das Fiasko EEG mit einer Beendigung der Förderung unwirtschaftlicher Stromproduktion quittiert.

3 Antworten zu “Zuviel des Guten

  1. Pingback: Erneuerbare Energien erstmals wichtigste Stromquelle - energynews.biz

  2. Wichtig ist, dass der 11. ein Sonntag war.

  3. Andreas Lachenmeier

    Es wird uns erzählt, dass jetzt der Strom aus erneuerbaren Energien am wichtigsten sind. Zwar kann es Momente geben, in denen der Anteil des erzeugten Stromes aus erneuerbaren Energien am grössten ist. Die wichtigsten Einergiequellen sind aber die, die den Bedarf zeitgerecht decken können. Ohne Schattenkraftwerke funktioniert der Zappelstrom nicht.

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