Ist Uber schlecht für den Steuerzahler?

Steffen Hentrich

Nachdem Uber für Deutschland das Argument des mangelnden Versicherungsschutzes ausräumen konnte und auch die Versicherungswirtschaft klar stellte, unter welchen Bedingungen  die Kfz-Versicherung greift, hört man immer wieder, die Privatfahrer würden keine Steuern zahlen und somit den Steuerzahler belasten. Das wäre jedoch lediglich der Fall, wenn Uber-Fahrer höhere Staatsausgaben erzeugen, an deren Finanzierung sie sich nicht beteiligen. Gegenüber einer Situation ohne zusätzliche Konkurrenz für konventionelle Taxis fallen zwar möglicherweise die Steuereinnahmen weg, die der Staat nicht mehr aus dem Betrieb der Taxis generieren kann, doch bedeutet eine zusätzliche Fahrt über Uber nicht automatisch eine Fahrt weniger per Taxi. Stattdessen werden einige Menschen zusätzliche Fahrten unternehmen, ihr eigenes Auto stehen lassen oder weniger öffentliche Nahverkehrsmittel in Anspruch nehmen. Letzteres führt zu geringeren Steuereinnahmen, falls Einzelfahrscheine statt Zeitkarten genutzt werden. Unberücksichtigt bleibt bei der Argumentation auch, dass die Reduktion der Fahrtkosten Kaufkraft freisetzt, die anderweit zu steuerlich wirksamen Ausgaben führt. Zudem führen die Produktivitätsgewinne der Uber-Nutzer zu einer Erhöhung der Wertschöpfung, an der sich der Fiskus ebenfalls beteiligt. Unterm Strich ist es schwer zu quantifizieren, welche Wirkung Uber auf die Steuereinnahmen des Staates hat. Am Ende ist nicht auszuschließen, dass die Steuereinnahmen zunehmen. Spätestens dann stellt sich die Frage, ob die Finanzierung von Staatsausgaben überhaupt als Bewertungsmaßstab wirtschaftlicher Aktivitäten herangezogen werden sollte. Immerhin ist nicht unumstritten wie hoch der Beitrag des Staates zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes überhaupt ist. In vielen Bereichen haben staatliche Ausgabenprogramme bereits ein Niveau erreicht, bei dem von negativen Grenzerträgen auszugehen ist. Das kann man von Uber indes nicht behaupten.

Eine Antwort zu “Ist Uber schlecht für den Steuerzahler?

  1. Ein seltsames Gerede ueber Uber. Der Mensch, der das Auto faehrt, der braucht Geld wegen Kosten und seiner Arbeit. Bekommt der was, will der Staat was abhaben. Geht das ? Wenn schon Taxi-Fahrer weníg bekommen, dann sieht das hier nach verschleiertem Praekariat aus. Dann auch noch die weiche Aussage zur Versicherung, widrigen Falles wuerde man den Fahrer belangen. Also steht in seinem dann doch eher teuren Versicherungsvertrag drin, dass er Leute faehrt, kann er dann ja der Steuer geben.

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