Sommerpreisausschreiben: Denkmal gesucht!

Detmar Doering

SommerpreisrätselGerade komme ich aus dem Urlaub zurück. Dort erwanderte ich mit meiner Familie ein Kulturdenkmal, das Thema des diesjährigen Sommerpreisausschreibens sein soll. Die deutsche Erinnerungskultur stellt – im Gegensatz etwa zur amerikanischen – wenige positive Freiheitsmomente in den Mittelpunkt. Bismarcktürme und Kriegerdenkmale gibt es viele, aber auch Gedenkstätten an die Schreckenszeit des Dritten Reiches. Natürlich gibt es auch Ausnahmen (für Reisefreudige sind einige hier zu finden) wie etwa die Paulskirche in Frankfurt oder das Eugen-Richter-Turm in Hagen. Aber der nationale Pomp des Hermannsdenkmals ist immer noch wesentlich bekannter und ein größerer Touristenmagnet.

In unserem Sommerpreisausschreiben geht es um ein Denkmal, dass ein Rechtsdokument feiert, das in einem deutschen Land 1818 in Kraft trat. Es garantierte „Gleichheit der Gesetze und vor dem Gesetze“ und sicherte die Privatrechte: „Es soll für das ganze Königreich ein und dasselbe bürgerliche und Straf-Gesetzbuch bestehen.“ Daneben schützte die Gewissenfreiheit, verbot die Leibeigenschaft und führte ein bi-kamerales parlamentarisches System ein, bei dem immerhin die zweite Kammer frei gewählt wurde – zugegebenermaßen nach einem Zensuswahlrecht, aber das war zu dieser Zeit das progressivste Wahlsystem, denn selbst die führende demokratische Nation, die USA, kannte das allgemeine Männerwahlrecht (von Frauen war damals noch nirgendwo die Rede) erst ab 1820. In wichtigen Steuerangelegenheiten hatte dieses parlamant das Recht auf Mitbestimmung.

Kurzum, es bedeutete für die Bürger einen Zuwachs an Rechten und führte zu einer Liberalisierung und Modernisierung des Staates, der in anderen Teilen Deutschlands kaum selbstverständlich war.

Zehn Jahre später wurde dem Ereignis ein Denkmal (siehe Bild) gesetzt. Dieses kann man auf einem schönen Wanderweg durch Weinberge erwandern. In den Bücherläden unten in der touristisch gut erschlossenen Stadt fanden wir kein Buch und keine Postkarte dazu. Allzu hoch hält man das Erbe anscheinend nicht, obwohl das Denkmal schon aus kunsthistorischer Sicht interessant ist, hat es doch einer der wichtigsten Architekten des Klassizismus in Deutschland entworfen. Aber der Weg zum Denkmal ist dann am Ende immerhin sehr gut markiert. Der Anblick des Denkmals in der schönen Landschaft lohnt den Weg auf jeden Fall.

Nun die Preisfrage: Um welches Denkmal handelt es sich? Als Preis ist ein Buch aus der Reihe der Breviers der Meisterdenker der Freiheit zu gewinnen.
Einsendeschluss ist der 31. August 2014. Die Antwort (mit Adressangabe, damit wir wissen, wohin das Buch soll) schicken Sie bitte an detmar.doering@freiheit.org.

Viel Spaß beim Raten.

Eine Antwort zu “Sommerpreisausschreiben: Denkmal gesucht!

  1. Es gibt insgesamt 5 solche Säulen in D. Die letzte von ihnen wurde 1989 eingeweiht.

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