Belarus: Pragmatismus eines vermeintlichen Verbündeten

Yauheni Preihermann

Lange wurde Belarus als enger Verbündeter Russlands gesehen. In Autokratie und internationaler Isolation gleichen sich Minsk und Moskau. Dass Minsk auch in der Ukraine-Krise die Seite Moskaus einnimmt, scheint nur rational. Gleichwohl ist die Lage dort für Belarus eine unerwartete Herausforderung.

Weiterlesen

Eine Antwort zu “Belarus: Pragmatismus eines vermeintlichen Verbündeten

  1. „Dass Minsk auch in der Ukraine-Krise die Seite Moskaus einnimmt, scheint nur rational.“
    Allein diese Formulierung zeigt, dass man hinsichtlich des „LIberalen Instituts“ keineswegs von einem „Think Tank“ sprechen kann.
    Dieser Passus zeigt, dass man das Problem „Absturz der MH 17“ über der Ukraine alles andere als rational angeht.
    Derzeit ist noch völlig unklar, wer diesen Abschuss verursacht hat. Das ist dem Verfasser dieses Pamphlets ab sichtbar nicht aufgegangen.
    Hier und in der deutschen Politik wird immer noch in Freund-Feind-Kategorien gedacht.
    Von einem Think Tank wäre eigentlich zu erwarten, dass er, soweit er überhaupt über entsprechende Ressourcen verfügt, darüber nachdenkt (think), was für oder wider die jeweiligen in den Medien propagierten Meinungen sowohl der einen wie auch der anderen Seite spricht. Danach kann dann solch ein Think Tank, will er seinem Namen gerecht werden, eine Bewertung vornehmen.
    Dass im Falle des MH 17 Absturzes kaum ein wirklich belastbares begründbares Ergebnis herauskommen wird, dürfte inzwischen allen Seiten, die noch ihre Vernunft behalten haben, klar sein. Zuviel ist da bereits an Tatsachenbehauptungen vorgetragen worden, ohne wirklich belastbare Belege vorzulegen.
    Der Hintergrund für das Hochschaukeln dieses tragischen Falls ist weitgehend tabuisiert.
    Dieser Hintergrund hat auch einen Namen: Syrien.
    Das Bombardement Syriens war, man erinnert ich, beschlossene Sache. Der Beginn stand kurz, bestenfalls einige Tage bevor, als russische Kriegsschiffe vor Syriens Küste auftauchten.
    Nun ist eines seit der Kuba-Krise völlig klar. Weder Russland noch die USA werden sich in eine direkte Konfrontation begeben. Beide wissen, es wäre die letzte, die sie haben könnten, und das für beide. Dass das für den Rest zumindest Europas auch zutrifft, ist bei den Europäern offenbar noch nicht angekommen.
    Somit fiel das Bombardement aus.
    Die russischen Schiffe kamen, man errät es kaum, aus Sewastopol, dem einzigen Zugang, den Russland (als Pachtobjekt) zum Mittelmeer, für Unbedarfte, aus dem Schwarzen Meer über die Dardanellen, hat.
    Aus US-Sicht völlig klar, dieser Zugang muss weg.
    Das aber lässt sich nur über die Ukraine erreichen. Mit Janukowitsch war dort aber ein Mann am Ruder, der ganz klar zwar eine Kooperation mit der EU anstrebte, aber die Beziehungen mit Russland ebenfalls erhalten wollte.
    Ergo musste dieser ersetzt werden durch jemanden, der sich vorbehaltlos zum Westen, vor allem zu den USA bekannte.
    Erst damit wird plausibel, warum, wie Victoria Nuland erklärt hatte, die USA immerhin fünf Milliarden Dollar in den Maidan investiert hatten. Dabei sollte man sich auch vor Augen halten, dass fünf Milliarden Dollar für die Ukraine eine völlig andere Größenordnung sind, als z.B. hier in der EU, wo man inzwischen bekanntlich eher in Billionen rechnet (nur so am Rande: wenn Sie eine Billionen Sekunden gelebt hätten, wären Sie etwa 31,000 Jahre alt!).
    Damit wird ebenfalls klar, was die Ukrainer bewegt hat, trotz die widrigen Wetterverhältnisse auf dem Maidan auszuharren.
    Für die Vereinigten Staaten ist es geopolitisch äußerst wichtig, in diesem Mittelmeerraum freie Hand zu haben (Israel, Irak, Iran, Arabien insgesamt sowie die nordafrikanischen Staaten).
    Für Russland ist es ebenso bedeutend aus demselben Grund, nur unter anderem Vorzeichen, nämlich genau diese absolute Dominanz zu verhindern, zumindest stören zu können.
    Das Kalkül der USA ging auf. Es gelang, die Ukraine zu destabilisieren und eine Regierung zu etablieren, die ihrem Vorhaben gerecht würde.
    Es ist offensichtlich, dass eine Ukraine, die möglicherweise noch Mitglied der EU wäre, vermutlich sogar der NATO, für Russland den Verlust der Krim, eigentlich von Sewastopol bedeuten würde. Eine Versorgung dieses Hafens wäre faktisch nicht mehr möglich, es sei denn unter Kontrolle der NATO und damit der USA.
    Es ist bezeichnend, wie sehr diese verordneten Denkverbote sich bis in die sogenannten „Think Tanks“ auswirken und wie willfährig dort dem gefolgt wird.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s