Neue Konfessionskriege

Detmar Doering

Die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten, die wir zur Zeit in der musilimischen Welt beobachten, muten uns Europäer als archaische Relikte an, die an die Konfessionskriege des 17. Jahrhunderts erinnern. Dieser lesenswerte und ausführliche Beitrag des Council of Foreign Relations erklärt die historischen Wurzeln des Streits. Vor allem richtet er aber das Augenmerk auf die „modernen“ Faktoren und Ursachen, zu denen den Staatszerfall in einigen Regionen und die Rivalität zwischen Iran und Saudi Arabien gehören.

Eine Antwort zu “Neue Konfessionskriege

  1. Archaische Relikte?
    Die Animositäten zwischen den Religionen sind auch hierzulande keineswegs so lange ger. Die hatte zwar bei weitem nicht die gewalttätige Dimension, wie man sie derzeit in den islamischen Ländern beobachten kann, aber es gab sie.
    Mir selbst, mein Alter ist 74 Jahre, sind noch erinnerlich, obwohl ich immer in deiner industriegeprägten Gegend gelebt habe, wo es infolge der Vermischung sich zusehends abschwächte.
    Dennoch war es prinzipiell Anfang der fünfziger Jahre noch usus, dass die Evangelischen am Allerheiligen nach außen sehr sichtbar den Hausputz verrichteten, die Katholiken das einen Tag zuvor, am Roformationsfest taten.
    Von den weiteren Schikanen gar nicht erst zu reden.
    Wer noch vor 30 Jahren in den USA mehrfach nicht bei seinem sonntäglichen Kirchgang beobachtet wurde, vor allem im mittleren Westen, hatte danach nicht mehr so die richtige Freude dort.
    An die Religionskriege und -streitereien in den davor liegenden Jahrunderten muss wohl erst gar nicht reden. Die Religion, die dem jewieligen Grafen oder Herzog etc. gerade genehm erschien war verbindlich für die Bevölkerung.
    All das ist hier offenbar völlig in Vergessenheit geraten.
    Ebenso ist es im Islam. Auch hier wurde die Religion benutzt, Eigeninteressen durchzusetzen.
    Wer sich im übrigen mit Religionen wirklich mal befasst hat, dürfte sehr schnell erkannt haben, dass diese das ultimative Instrument des Totalitarismus darstellen. Darin sind sie alle gleich. Was könnte ein wirksameres Mittel sein, den Menschen zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen,als dessen Angst vor dem was dem Tode folgt. Diese Urangst, geboren aus dem Unverständnis des Todes, ist nahezu allen Menschen gegeben. Die Fiktion einer überirdischen Macht, genannt Gott, Allah, oder wie auch immer, die auf eine weitere Existenz nach dem Tode abhebt, ist das ultimative Mittel, Handlungen zu motivieren und zu manipulieren.
    Man denke doch nur an G.W. Bush, der fortwährend von der Achse des Bösen sprach, eine extrem religiös orientierte Formulierung.
    Wenn auch in den sogenannen entwickelten Ländern allmähich diese Argumente an Karft verlieren, es wir dennoch ein weiter Weg sein, der zu einem von der Vernunft bestimmten Zusammenleben der Menschen führt, wenn er denn jemals zu einem solchen Ziel führt.

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