Verwandte Geisteshaltungen

Detmar Doering

Antisemitismus und Antiamerikanismus gehen meist Hand in Hand. Beide waren auch in Hitlers Weltbild eng miteinander verwoben, berichtet Malte Lehming hier in Cicero. Die Klammer, die beides zu einem kohärenten Weltbild zusammenfügt, ist ein antimodernistischer Antikapitalismus. Er findet sich gleichermaßen rechts und links im politischen Spektrum.

Eine Antwort zu “Verwandte Geisteshaltungen

  1. Es ist bemerkenswert wie heute Geschichte geklittert wird.
    Antiamerkanismus mit Anstisemitismus gleichzustellen entbehrt bereits jeder Grundlage. Die Pauschalierung „Antiamerikanismus, oder Antisemitismus“ zeugt bereits von beängstigender Dummheit.
    Wenn ich glaube, gute Gründe zu haben, poltitische Handlungen der USA, und das sind prinzipiell Handlungen der jeweiligen Administrationen, so hat das nichts mit Antiamerkanismus zu tun.
    Was Hitlers Antiamerikanismus angeht, so hat auch der nichts mit Antianglismus zu tun. Hitler war im Gegenteil ziemlich anglophil eingestellt, was bislang auch Stand der Wissenschaft war – eben bis man meint, in Cicero die Geschichte umschreiben zu müssen -. Man erkennt dies u.a. an diversen Entscheidungen. Eines der stärksten Sützen dieser Erkenntnis ist der Verzicht des Nachsetzens nach dem „Dünkirchen-Desaster“ der Engländer.
    Was der Autor als Antiamerkanismus bezeichnet, verengt sich auf den damaligen weit verbreiteten Glauben, das US-Wirtschaftssystem sei überwiegend von Juden gesteuert, die damals dann auch für die Wirtschaftskrise von 1929 verantwortlich gemacht wurden. Schließlich wurde ja ein Prügelknabe gebraucht. Das Schicksal, nämlich Prügelknabe zu sein, teilten die jüdischen Bürger auch in den USA und vielen anderen betroffenen Ländern. An die eigene Nase zu fassen, fällt eben schwer.
    Das aber dann so globalisiert als Antiamerikanismus zu betrachten ist reine Manipulation. Das mag zwar jounalistisch im heutigen Sinne sein, sauber recherchiert sieht aber anders aus.
    Allerdings muss man da natürlich auch die Zeitschrift selbst berücksichtigen, die mit ihrem Namen „Cicero“ ja bereits hinreichend Anlass zur Vorsicht geben sollte.
    Dem Autor von Cicero sei angeraten, sich doch noch mal mit Mommsens unübertroffenes Werk „Römische Geschichte“ näher zu beschäftigen. Das könnte sein Bild etwas mehr abrunden.

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