Kapitaldeckung oder Umlagefinanzierung?

Gérard Bökenkamp

Nach den Modellrechnungen des statistischen Bundesamtes werden im Jahr 2060 zwischen 20 und 22,5 Millionen Menschen über 67 sein und damit nach dem Stand der heutigen Regelung Ansprüche auf Altersrenten haben. Im Jahr 2009 waren 17,6 Millionen Menschen im Rentenalter. Denen stand eine Zahl von Personen im Erwerbsalter von 49, 7 Millionen Menschen gegenüber. Im Jahr 2006 werden voraussichtlich noch zwischen 33 und 40 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sein. Die Bevölkerung wird bis dahin zurückgehen, je nach Rechnung und Abhängig von der Zahl der Einwanderer auf 74- 64 Millionen Einwohner. Dieser demographische Umbruch stellt die Alterssicherungssysteme vor große Herausforderungen.

Der Vorteil des heutigen Rentensystems, das auf der Umlagefinanzierung basiert, besteht darin, dass es von Schwankungen auf dem Kapitalmarkt kaum betroffen ist. Das unterscheidet es von einem reinen Kapitaldeckungsverfahren. Der Vorteil des Kapitaldeckungsverfahrens besteht dem gegenüber darin, dass den Ansprüchen an die Altersversorgung reale Werte in Form von Investitionen gegenüberstehen. Beruht das System im Wesentlichen auf Staatsanleihen, dann ist der Unterschied zur Umlagefinanzierung allerdings nicht mehr so groß, weil die Sicherheit der Altersvorsorge dann von den zukünftigen Steuerzahlern abhängig ist, die schon heute über den Zuschuss des Bundeshaushalts an die Rentenversicherung diese zu einem guten Teil finanzieren.

Der Vorteil der Bildung eines Kapitalstockt besteht in der Möglichkeit die Anlage weit zu streuen, und damit von der Entwicklung in anderen Ländern, die vom demographischen Umbruch noch nicht in diesem Maße betroffen sind, zu profitieren. Wenn das System nur auf der Umlagefinanzierung abhängig ist, besteht ein hoher Grad der Abhängig von der demographischen Entwicklung. In diesem Fall müssen entweder die Beiträge erheblich erhöht werden oder die Produktivität und das Reallohnniveau müssten erheblich steigen. Ob Produktivität und Reallohnentwicklung mit der Alterung tatsächlich mithalten werden, wie es die Befürworter der Umlagefinanzierung hoffen, ist gerade unter den Bedingungen des Rückgangs an Fachkräften und der Alterung der Erwerbspersonen unklar.

Mehr zu dieser Thematik: Florian Swyter: Die Zukunft der Alterssicherung

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