Nicht ganz so friedlich

Detmar Doering

Der Buddhismus gilt als eine besonders tolerante und friedliebende Religion. Dennoch hat sich in letzter Zeit in vielen Ländern ein zunehmend militanter Buddhismus herausgebildet, der auch vor terroristischer Gewalt nicht zurückschreckt. Man kann das im Einzelfall auf begrenzt lokale Ursachen zurückführen, wie etwa die ethnischen Konflikte auf Sri Lanka. Besteht die Gefahr, so fragt sich der indische Publizist Vishal Arora in diesem Beitrag für The Diplomat, dass sich diese neue Militanz im Buddhismus international stärker vernetzt, wie das bei islamistischen Terror der Fall ist? Dafür, so meint er, gebe es bereits Anzeichen.

Eine Antwort zu “Nicht ganz so friedlich

  1. Zunächst sollte man tunlichst den Buddhismus von dem Volksbuddhismus unterscheiden. Das, was was man hier im allgemeinen unter Buddhismus versteht, ist Volksbuddhismus, eine Vermischung von Naturreligionen, auch Hinduismus etc. mit Buddhismus.
    Der Buddhismus versteht sich im übrigen nicht als Religion, was ihn auch fundamental vom Volksbuddhismus unterscheidet.
    Was z.B. Sri Lanka angeht, so ist der Konflikt dort durch die Einwanderung aus Indien, den Tamilen, entstanden. Diese sind zumeist Hindi. Wer den Hinduismus auch nur annähernd kennt, weiß, dass diese Religion, sagen wir, sehr fordernd für seine Anhänger ist.
    Buddhismus heißt nun aber nicht Selbstaufgabe. Somit ist selbst das, was unter dem Volksbuddhismus an Konflikten entsteht, Folge der Einwirkungen durch die Tamilen, die bekanntlich seit langem in Sri Lanka einen eigenen Staat etablieren wollen.
    Ähnliches gilt für die übrigen „buddhistischen“ Länder. Nehmen wir Thailand, so geht es auch hier um einen Konflikt, der sich im wesentlichen zwischen Chinesen abspielt, die in diesem Land maßgeblich den Ton angeben.
    Arora stellt die indische Version der Sicht dar, die aber alles andere, als auch nur annähernd objektiv ist.
    Vor allem aber unterschätzt man hier, und besonders in Deutschland, den Patriotismus in den Ländern Asiens und Südostasiens. Dieser Patriotismus ist uns inzwischen vollständig aberzogen worden, wir können das nicht mehr nachvollziehen.
    Auch hier geht es lediglich um zündeln.

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