Ein Fest für die Immobilienbesitzer

Steffen Hentrich

„Das Tempelhofer Feld bleibt frei“ frohlocken diejenigen, die dieses Wochenende per Volksabstimmung eine Bebauung des Geländes des ehemaligen Tempelhofer Flughafens verhindert haben. Obgleich man die Opposition gegen eine teilweise Bebauung der Fläche mit Wohn- und Geschäftsimmobilien stets auch mit der Ablehnung der sogenannten Getrifizierung und Immobilienspekulation begründete, hat man den Immobilienbesitzern dieser Stadt eigentlich einen großen Gefallen getan. Denn wenn bei steigender Nachfrage nach Wohnraum die Anzahl der Wohnungen kaum zunehmen kann, weil die dafür notwendige Fläche nicht zur Verfügung steht, freuen sich diejenigen, die bereits eine Immobilie ihr eigen nennen und von deren Wertsteigerung profitieren. Die Gegnern der Bebauung des Flughafengeländes können sich also gleich ihrer nächsten Aufgabe widmen, wie Mietsteigerungen zu begrenzen und ungleiche Vermögensentwicklungen zu behindern sind. Das Tempelhofer Feld mag für die Bürger der Stadt frei bleiben, doch umsonst werden viele von ihnen das „Berliner Outback mit U-Bahn-Anschluss“, wie der Berliner Liberale Helmut Metzner die Fläche kürzlich auf Facebook nannte, nicht bekommen.

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