Benthams Panopticon und der Überwachungsstaat

Steffen Hentrich

Der Journalist und Jurist Glenn Greenwald schreibt in seinem neuen Buch No Place to Hide (deutsch: Die globale Überwachung) über die jüngsten Enthüllungen des weltweiten Überwachungssystems des amerikanischen Staates und dessen Konsequenzen für die bürgerlichen Rechte und Freiheiten. Dabei vergleicht er in einem Interview mit dem amerikanischen Thinktank Cato Institute die Aktivitäten der staatlichen Geheimdienste im Internet mit dem Panopticon des britischen Utilitaristen Jeremy Bentham, mit Hilfe dessen viele Menschen gleichzeitig von nur einem Überwacher kontrolliert werden können. Wer die flächendeckende staatliche Überwachung akzeptiert und glaubt gegenüber dem Staat nichts zu verbergen zu haben, weil er sich gegenüber den Normen des Staates stets angemessen verhält, ist bereits in die Falle des Überwachungsstaats getappt. Allein dadurch, dass ein System existiert, von dem die Bürger glauben sich nicht entziehen zu können, hat der Staat die gewünschte Verhaltenssteuerung erreicht. Vorauseilender Gehorsam ist das, worauf es Tyrannen abgesehen haben.

Ein weiteres aktuelles Interview mit dem Autor findet man auch bei Zeit-Online.

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