Arbeitnehmer werden knapp

Gerard Bökenkamp

Bislang hieß es immer, dass die Arbeit knapp wird. Angesichts des demographischen Wandels könnten in den nächsten Jahrzehnten Arbeitnehmer knapp werden. Nach den Zahlen des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung wird die Bevölkerung Deutschlands von heute auf 79 Millionen im Jahr 2030 auf 73,6 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen. Die Zahl der Neugeborenen wird von heute 663000 im Jahr auf 541000 im Jahr 2050 zurückgehen, wenn es bei der Geburtenrate von 1,4 Kindern Pro Frau bleibt.

Bei einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren wird die Zahl der Rentner von heute 16,9 Millionen auf 22,3 Millionen im Jahr 2030 steigen. Bei einen Renteneintrittsalter von 67 Jahren 19,7 Millionen. Dem gegenüber wird die Zahl der Menschen im Erwerbsalter von 50,1 Millionen Menschen auf 43,5 Millionen  im Jahr 2030 zurückgehen und bis zum Jahr 2050 auf 38,7 Millionen. Das ist so unter der Voraussetzung, dass die Menschen bis zum 66 Lebensjahr in Rente gehen. Wenn die Menschen bis einschließlich ihres 67. Lebensjahres arbeiten, dann beträgt dieser Wert 46,1 Prozent für das Jahr 2030 und 42,5 bis zum Jahr 2050.

Eine Antwort zu “Arbeitnehmer werden knapp

  1. Der Staat könnte eine Menge Geld sparen, wenn er 80 % aller sogenannten Institute, die sich mit Ökonomie, Sozialem etc. beschäftigen, den Geldhahn abdrehen würde.
    Lt. der Expertise dieses Instituts gibt es 50,1 Millionen Menschen, die erwerbsfähig sind. Beschäftigt sind aber nur knapp 42 Millionen. Das sind also 9 Millionen, die nicht am Erwerbsleben teilnehmen.
    Von den 42 Millionen Beschäftigten geht eine nicht unerhebliche Zahl mehreren Beschäftigungen nach. Damit reduziert sich die Zahl von 42 Millionen um x.
    Nun mal ein kurzes Rechenexempel, sozusagen für die Quarta b.
    Man sprach und spricht doch von der so grassierenden Schwarzarbeit in diesem Land. Da wurden von der Politik Zahlen genannt. 320 Milliarden standen im Raum, angeblich hat sich das heute reduziert. Doch waren die 320 Milliarden pro Jahr schon ziemlich aus der Luft gegriffen. Doch gehen wir davon aus.
    Rechnen wir einen Materialeinsatz von 20 % ab, das dürfte realistisch sein. Es verbleiben 256 Milliarden € an Entgelten (Lohn). Der Schwarzarbeiter fordert ca. 15 € pro Stunden, heißt also 17 Milliarden Stunden. Die Regelarbeitszeit hierzulande beträgt 169 Stunden/Monat, also 2028 Std. pro Jahr. Davon gehen ab an durchschnittlichen Urlaubstagen sowie Sozial- und Feiertage etwa 40 Tage, also 225 Stunden sowie etwa 10 Krankentage/Jahr, gleich 56 Stunden, es verbleiben an Arbeitsstunden bestenfalls 1747 pro Jahr und Erwerbstätigem. Somit muss man unterstellen, dass über 9 Millionen Menschen in diesem Land Vollzeit (nach tariflichen Bedingungen) schwarz arbeiten.
    Bemerkenswert, wie diese Zahl mit den vom Staat alimentierten Menschen korrespondierte. Sollte es da etwa Zusammenhänge gegeben haben?
    Nun stellt sich eine weitere Frage, nämlich warum arbeiten diese Leute „schwarz“.
    Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist eine „Ersparnis“ von 19 % (MWSt) sicher kein schlechtes Argument. Zum weiteren aber sollten sich die Politiker und auch die Leute in diesen ominösen Instituten einmal fragen, was denn so ein Durchschnittsdeutscher im Jahr realiter verdient. Da sind wir dann wieder bei den 1747 Stunden resp. 2028 Stunden. Bei dem genannten Lohn von 15 €/h wären das brutto 30420 €/Jahr, oder 2535 €/Monat. Es verbleiben, ist er verheiratet, keine Kinder, ca. 1.890 €, ist er ledig 1635 €.
    Eine halbwegs vernünftige Wohnung schlägt mit ca. 800 € inkl. Nebenkosten zu Buche. Es verbleiben also 1.000 €. Hiervon sind abzuziehen die Lebenshaltungskosten, Kleidung, man wird dann und wann einem Bürger ja wohl auch mal ein Buch, einen Theaterbesuch zubilligen müssen, und in der Regel ist sein Arbeitsplatz ja auch nicht gerade neben seiner Wohnung, es fallen entweder Monatstickets, die man mit 100 € veranschlagen kann, oder ein Auto, mit dem man sicher irgendwo bei 300 € pro Monat liegt, sofern der Arbeitsplatz nicht allzuweit liegt.
    Es verbleiben an freiem Geld etwa 100 bis 200 € pro Monat.
    Und davon sollen diese Menschen dann auch noch den Malermeister bezahlen, der ihnen die Wohnung renoviert, den Klempner, der das verstopfte Rohr frei macht, den Elektriker usw. usw.
    Dabei sollte man immer im Kopf haben, dass ein Handwerker mindestens 5 Stunden arbeiten muss, damit er seinem Kollegen 1 Stunde bezahlen kann. Und, entgegen allen neudeutschen Idiotismen, bei diesem Verhältnis hat die Firma des Kollegen noch nicht einen Cent verdient.
    Was tun die Leute, sie weichen aus. Sie arbeiten schwarz.
    Allein schon aus diesen Gründen gibt es weder einen Arbeitskräftemangel noch gibt es einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf.
    Gehen wir zurück zu den Schwarzarbeitern. 320 Milliarden, das sind zunächst 60,8 Milliarden € Mehrwertsteuer, die dem Staat entgehen. Hinzu kommen, bezogen auf den Lohnanteil von 256 Milliarden €. Die darauf anfallenden Sozialkosten wären ca. 21 %, also 53 Milliarden zuzüglich weitere 53 Milliarden Arbeitgeberanteile, also 106 Milliarden. Allein diese beiden Posten machen einen jährlichen Betrag von 166 Milliarden € aus.
    Rechnen wir die Zahlungen für die abgelehnten Asylantragsteller hinzu, bekanntlich werden von diesen Antragstellern nur etwa 2 % anerkannt, halten sich also legal hier auf, der Rest wird geduldet, aus welchen Gründen auch immer, dann ergeben sich weitere Milliardenbeträge, auf deren Nachweis ich hier verzichten möchte.
    Zu guter Letzt: Das Rentenproblem ist seit Anfang der 60er Jahre bekannt. Es wurde bereits damals umfassend und heiß diskutiert. Getan wurde aber nichts. Sicher hat Blüm Recht gehabt, wenn er sagte, die Rente ist sicher. Es fragt sich nur, ob sie auch auskömmlich sein wird. Darüber hatte er nämlich nie etwas gesagt.
    Es gibt keinen anderen vernünftigen Weg, als den Generationenvertrag. Nur, haben sich die Verhältnisse gravierend verändert. Zum einen nehmen die Pflichtversicherten beständig ab, zum anderen haben sich die Regelarbeitszeiten von damals immerhin 48 Stunden pro Woche auf nunmehr 40 bzw. 39 Stunden reduziert, die Urlaubszeiten sind dagegen von 15 Werktagen (bei 6-Tage-Woche) auf nunmehr 28 Tage (bei 5-Tage-Woche) gestiegen. Damit wurde ein enormes Produktivitätspotential aufgegeben. Man hat aber darauf nicht reagiert. Selbstverständlich war und ist den heutigen Arbeitnehmern dieser Fortschritt zu gönnen, das war ja schließlich auch das Ziel unserer Eltern, das Leben der zukünftigen Generationen zu verbessern. Aber auch dafür gibt es Grenzen.
    Anstatt sich aber hinzusetzen und ernsthaft an Lösungen für diese entscheidenden Probleme zu arbeiten, hat man das Einfachste getan, was man tun kann, nämlich einfach Geld als Ware deklariert und damit Handel betrieben. Auf die Forderung nach irgendeinem Gegenwert dieses Tauschmittels namens Geld hat man großzügig verzichtet. Und so schwirren hunderte von Billionen $ oder € um den Globus, die nicht einmal Papier sind, sie sind Fiktionen, die aber in die reale Wirtschaft eingreifen und die Erträge dort abgreifen.

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