Der Schuldeneisberg

Detmar Doering

Die Haushaltsrechnungen der meisten Staaten sind „rückwärtsgewandt“, da sie nur die aktuell aufgelaufenen Schulden erfassten, nicht aber die Schuldenlasten, die sie durch politische Versprechungen in die Zukunft verschieben. Das führt dazu, dass die Politik die bereits drängenden Zukunftsprobleme (Stichwort: Generationenbilanz/Renten) verdrängt.

Der US-Ökonom Jagadeesh Gokhale (ein Mitglied des Social Security Advisory Boards in den USA) berechnet in diesem Buch für die USA und die EU-Länder die Staatshaushalte so, dass die in die Zukunft verschobene Verschuldung mit einberechnet wird (hierzulande spricht man von „impliziter Verschuldung“). Alleine für die USA machen die Zukunftsschulden schon jetzt 9% des heutigen BIP aus, mit deren Deckung später der Bürger jährlich belastet wird. In der EU sind es sogar 13,5%, wobei es auch positive Ausnahmen wie Schweden und Estland gibt.

Ob es den Regierungen der Industiestaaten gelingt, die Krise, die da kommt, abzuwehren (auch mit unlauteren Mitteln wie „weginflationieren“), hält Gokhale zu zweifelhaft. Eine korrekte Haushaltsrechnung, die Zukunftslasten einbezieht, wäre aber immerhin eine wichtige Voraussetzung dafür.

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