Der Architekt der „grünen Revolution“

Detmar Doering

In den 60er und 70er Jahren griff wieder ein malthusianischer Pessimismus um sich (Stichwort: Club of Rome). Die ständig wachsende Menschheit leide an „Überbevölkerung“, die dazu führen werde, dass Nahrungsmangel und Hunger um sich greifen würden. So hieß es nun. Es kam anders. Die Ursachen des Hungers sind heutzutage dort, wo er in großem Maße auftritt, politischer Misswirtschaft geschuldet – und nicht der Überbevölkerung.  Die Menschheit ist in der Lage, sich zu ernähren. Das verdankt sie primär der „grünen Revolution“, die sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts abspielte. Angewandte Wissenschaft und moderne Anbaumethoden vervielfachten die Produktivität der Landwirtschaft in bisher ungekanntem Ausmaß. Vordenker dieser Entwicklung war der amerikanische Agrarwisssenschaftler Norman Borlaug – einer der vielen unterschätzten Helden der Menschheit. Anlässlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages von Norman Borlaug erinnert dieser Beitrag von Steve Savage an die Leistungen des großen Wissenschaftlers.

Eine Antwort zu “Der Architekt der „grünen Revolution“

  1. Mit Verlaub, aber Ihre Eloge dürfte an den Realitäten ziemlich vorbei gehen.
    Über den Club of Rome noch weitere Worte zu verlieren, dürfte sich erübrigen. Nur muss ja nicht alles falsch sein, was aus diesem Club kam oder kommt.
    Dass das Wachstum der Menschheit aufhören muss, oder schon längst hätte aufhören müssen, war und ist eine zweifelsfrei richtige Einschätzung.
    Natürlich kann man die derzeit 7,2 Milliarden ernähren. Man kann auch noch 10 Milliarden Menschen ernähren. Es fragt sich nur, wie lange kann man das.
    Dabei geht es nicht nur um die Ernährung, es geht auch um die Verfügbarkeit der Ressourcen. Es geht auch darum, dass die lebensnotwendigen Dinge zu den Menschen transportiert werden können. Es geht um den Flächenverbrauch, um die Düngung der Böden, um den Fortbestand ausreichender Bestände in den Ozeanen, um die Auswirkungen von Eingriffen in dieses System Ozean, von dem wir noch herzlich wenig wirklich wissen.
    Ich bin nun beileibe kein Ökofreak, dennoch muss man sich diesen Fragen stellen.
    Vergessen wir nicht, dass unsere Geschichte als Spezies Mensch noch relativ kurz ist.
    Wie man im politischen Bereich heute wieder deutlich erkennen kann, sind für die Menschen bereits 20 Jahre eine ausreichende Zeit, um alles, was davor abgelaufen ist, zu verdrängen, zu vergessen, schön zu färben oder gar in die eigene sich aus diesen Mechanismen ergebenden sehr persönlichen Wunschbildern umzudeuten.
    Gehen wir nur 25 Jahre zurück, die DDR. Heute bereits bei vielen ein Nostalgiethema. Unsere schöne DDR.
    Diese schöne DDR war ein vollständig heruntergewirtschaftetes Staatswesen, marode bis ins Mark, geführt von Feudalherren, die es sich gut gehen ließen.
    Gehen wir weiter zurück in die fünfziger Jahre. Das Wirtschaftswunder.
    Ein Paradebeispiel für Verdrängung, Geschichtsklitterung und Wunschdenken. Um das sogenannte Wirtschaftswunder zu verstehen bedarf es zunächst der Lektüre des „Dreimächteabkommens von Potsdam 1945. Danach wird jedem verständigen Leser unmittelbar klar, wie dieses Wirtschaftswunder zustande kam. Im übrigen, dieses Abkommen ist nach wie vor in Kraft. Allein Russland hatte im Zuge der deutschen Wiedervereinigung auf die aus diesem Abkommen resultierenden Recht verzichtet, die West-Alliierten hingegen nicht. Vielleicht hilft das ja auch dem einen oder anderen, wie die USA und GB die NSA-Affäre sehen. Es ist ihr verbrieftes Recht.
    Zurück zum Wirtschaftswunder. Deutschland hatte das unverschämte Glück, so zynisch das auch klingen mag, dass die drei Siegermächte unmittelbar nach dem Krieg in Streit gerieten. Die damalige UdSSR hatte zwar bereits seit 1919 die Weltrevolution, die dem Kommunismus zum Siege verhelfen sollte, auf ihre Fahnen geschrieben, nur hatten das die Westmächte eher für Folklore gehalten. Nach 1945 mussten sie aber sehr schnell erkennen, dass Stalin das durchaus ernst war und drohte, nach dem Sieg über Deutschland auch Resteuropa zu kassieren. Mehr noch, er leitete entsprechende Aktionen auch ein.
    Das, und nur das, veranlasste vor allem die USA von den im Dreimächteabkommen festgelegten Vorhaben, Deutschland zu deindustrialisieren, was ja unmittelbar nach Kriegsende bereits in Angriff genommen worden war (Demontagen), abzugehen und Deutschland in die Lage zu versetzen, Puffer gegen mögliche Angriffe seitens der UdSSR zu sein. Die Folge von dieser Umkehr war der i.a. der Marshallplan und damit die Reindustrialisierung dieses Landes.
    Damit dürfte die Lernresistenz der Menschen hinreichend belegt sein.
    An ein weiteres Wachsen der Welt Bevölkerung sind nahezu ausschließlich Ökonomen interessiert. Sie denken kurzfristig. Kurzfristig heißt hier allenfalls über 20 bis 50 Jahre. Sie denken also über 1 Generation.
    Bringen wir das in eine überschaulichere und den Menschen zugänglichere Größenordnung, rechnen wir in Generation und definieren eine Generation mit 25 Jahren.
    Wie wir aus dem oben dargelegten erkennen, ist bereits nach einer Generation das Wissen sehr unscharf geworden. Gehen wir 4 Generationen zurück, bewegen wir uns schon fast im Mischbereich Fantasie und Wirklichkeit.
    Gehen wir 2000 Jahre zurück, reden wir über gerade mal über 80 Generation. Gehen wir 200 Generationen zurück sehen wir die Babylonier, dem Anfang der Geschichtsschreibung im weiteren Sinne.
    Gehen wir 1.000 Generationen, eine Zahl, wo für die meisten Menschen bereits die Vorstellung, was diese Zahl wirklich bedeutet, versagt, zurück, können wir dem Neanderthaler noch „Guten Tag“ sagen.
    Nun stellt sich die Frage, der die Ökonomen in erster Linie eigentlich nachkommen müssten, wie stellen sie sich diesen Planeten in 1.000 Generationen vor? Hat man in diesen Kreisen bisher unbekannte Erkenntnisse, dass die Menschheit bis dahin längst ausgestorben sein wird?
    Gerne verfallen die Ökonomen auf das Argument, die technische Entwicklung sie bis dahin so weit fortgeschritten, dass man im „Universum“ vorhandene weitere Ressourcen nutzen könne.
    Diesen Leuten wäre anzuraten, sich wirklich kundig zu machen und sich nicht aus irgendwelchen Unterhaltungsprodukten, die sich Dokus nennen, zu informieren, sondern meinetwegen auch die, die an diesen Produkten mitgearbeitet haben, wissend, dass es sich um Fantasy handelt, aber mit dem an sich schönen Hintergedanken, damit vor allem die Jugend wieder für diese Wissenschaften zu begeistern,
    Nein, wir werden auch in tausend Generationen nicht zu den Sternen fliegen.
    Gestern noch war in einer dieser „Dokus“ – es war wohl N24 – die Rede von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die hunderte von Milliarden km entfernt seien. Da weiß man, was das für Produzenten sind. Hunderte von Milliarden km! Die nächste Sonne, Alpha Centauri, ist etwa 4,5 Lichtjahre entfernt. Das Lichtjahr entspricht gut 9 Billionen km. 1 Billionen sind tausend Milliarden! Noch Fragen?
    Mit anderen Worten diese Argumentation geht völlig daneben. Wir sind auf diesen unseren Planeten angewiesen. Nach derzeitigem Wissensstand dürfte es die Menschheit auch noch in tausend Generationen geben, vorausgesetzt es passiert kein Unfall, äußerer Einfluss (Meteoreinschlag, Ausbruch eines Supervulkans o.ä.) oder man beendet die eigene Existenz selbst, siehe derzeitig favorisierte Spielart – Ukraine.
    Bei einer derzeitigen Rate von etwa 1,8 bis 2 % jährlich, dürfte das Ende der Fahnenstange in sehr absehbarer Zeit erreicht sein. Dann aber stellen sich die heutigen Befindlichkeitsfragen nicht mehr.
    Ich glaube nicht, dass das eine Perspektive sein kann.

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