Klimawandel: Was können wir glauben?

Steffen Hentrich

Vergangenen Montag war ich Besucher einer Berliner Veranstaltung der Helmholtz-Gesellschaft zu Thema Klimawandel. Im Grunde war es ein Streitgespräch zwischen den Klimaforschern Hans von Strorch und Andreas Hense, dem sogenannten Klimaskeptiker Peter Heller (ScienceSkepticalBlog), dem Politikwissenschaftler Oliver Geden und dem Zeit-Journalisten Frank Driescher. Dass der Stand unseres Wissens unsicher ist, obwohl an dem anthropogenen Anteil am Klimawandel kaum Zweifel besteht, darüber war man sich eigentlich einig, auch wenn die politischen Konsequenzen daraus extrem unterschiedlich bewertet wurden. Einig war man sich auch darüber, dass die zunehmende Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik eine unglückliche Entwicklung ist. Viel zu wenig Raum nahm in der Diskussion die Frage nach dem adäquaten Umgang der Politik mit dem mühsamen Herantasten der Wissenschaft an die Vorgänge in der Erdatmosphäre ein. Peter Heller deutete in die richtige Richtung mit seiner Bemerkung, dass eine wachsende Wirtschaft nicht nur das Klima beeinflusst, sondern auch eine reichere und weniger verletzbare Welt mit sich bringt. Noch immer wird Klimapolitik im luftleeren Raum diskutiert, als wären die Ressourcen und die menschliche Zeit und Kreativität, die heute dem Kampf gegen die imaginäre Bedrohung Klimawandel geopfert werden, nur für diesen Zweck verwendbar und nicht für all die anderen Probleme der Menschheit, die nicht unmittelbar vom Klimawandel tangiert werden. Nur am Rande spielte ebenfalls die erschütternd schlechte Bilanz der Klimapolitik eine Rolle und die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Viel zu wenig wurde beispielsweise über die Frage diskutiert, ob es nicht gerade die planwirtschaftlich organisierte Verbotspolitik der größten Klimaalarmisten ist, die die Kosten der Klimapolitik in die Höhe treibt und damit den Widerstand aus Wirtschaft und Bevölkerung provoziert. Auch an diesem Abend schwebte wieder in der Luft, dass die Szene der Skeptiker von Geld und mangelnder Empathie gegenüber künftigen Generationen getrieben sei, Klimaforscher und -politiker sowie Mainstreamjournalisten, auch wenn sie manschmal übertreiben, hingegen vom Drang nach Wissen und Empathie gegenüber Zeitgenossen und zukünftigen Generationen. Das Weltanschauung und Eigennutz keinem menschlichen Wesen fremd sind, ebenso wie Eitelkeit und Sendungsbewusstsein, steht in den Karten, die auch an diesem Abend nicht auf den Tisch gelegt wurden.

Eine inhaltliche Zusammenfassung des Abend und einige Videostatements der Teilnehmer finden Sie auf der Webseite der Helmholtz-Gesellschaft. Lesenswert sind auch die Zusammenfassungen von Peter Heller auf dem ScienceSkepticalBlog und von Werner Krauss auf der Klimazwiebel.

2 Antworten zu “Klimawandel: Was können wir glauben?

  1. Was hat co2 ,egal,ob 360oder400 ppm mit dem Wetter zu tun ??? ,

  2. Es ist doch nur Geschwätz, was da auf den Tisch kommt. Das wirkliche Thema ist tabu. Also schwadroniert man herum.
    Da wird im Fernsehen verkündet, das letzte Jahr war das wärmste seit Jahrzehnten und ähnlicher Schwachsinn mehr. Man kann es nicht mehr hören.
    Nachdem ich mich vor zwei Jahren mit einem dieser Spezialisten von Berkeley auseinandergesetzt habe, hört man nichts mehr von dem.
    Wenn wir von Wissenschaft reden, so muss zunächst mal die Vergleichbarkeit der Daten gegeben sein. Die gibt es aber nicht. Wieviel Messstationen gab es vor 20, vor 50 oder vor 100 Jahren? Heute gibt es Millionen davon zuzüglich Satellitendaten.
    Bestenfalls kann man die Daten der letzten paar Jahre vergleich.
    Dann müssen die Messmethoden vergleichbar sein. Das sind sie auch nicht. Die Messgeräte wurden immer genauer. Damals waren Toleranzen von +- 5 Grad bei der Messung noch ziemlich genau (Gerätefehler, Ablesegenauigkeit usw.)
    Kurz, eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben.
    Dann kommen noch die Standorte der Messungen. Wo wurde damals gemessen, wo wird heute gemessen. Wie war das Umfeld um den Messpunkt damals, wie sieht es heute dort aus (Kleinklima).
    Die heutigen Thesen gehen schlicht von einer ganz simplen Annahme aus. Es werden Unmengen fossiler Stoffe verbrannt. Dabei entsteht CO2. Das ist ein klimarelevantes Gas, also muss sich das auf die Atmosphäre auswirken.
    Die Nebeneffekte, die dabei eine erhebliche Rolle spielen, wurden, wenn überhaupt, allenfalls am Rande berücksichtigt.
    Bekanntlich wirkt die Atmosphäre auch wie ein elastischer Körper. Es finden Verdrängungen statt. Z.B. könnte das Seebeben vor Indonesien im Dezember 2005 auch den außergewöhnlich heißen Sommer 2006 mit verursacht haben. Das aber hat keiner mal überprüft. Es passt nicht ins Bild. Immerhin hat es da eine Rissverschiebung über tausende Kilometer gegeben, die den verheerenden Tsunami verursachte. Damit verschoben sich aber auch die Luftmassen über diesem Gebiet und beeinflussten die Zugrichtungen der Zyklonen und Antizyklonen.
    Was die Messungen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre angeht, so hat das vor etlichen Jahrzehnten noch niemanden interessiert. Entsprechend fielen dann auch die Messungen aus. Bei der ohnehin kleinen Messgröße ist die anzunehmende Fehler ohnehin recht groß.
    Nun gibt es da noch erheblich einflussreichere Klimagase. An erster Stelle steht wohl Wasserdampf.
    Mit dem Ansteigen der globalen Durchschnittstemperatur steigt auch die Verdunstung an den Meeresoberflächen. Dieser Wasserdampf kondensiert dann in Wolken. Die Feuchtigkeit verbunden mit einer etwas höheren Temperatur bewirkt natürlich auch erheblich stärkere Ausbildungen des Wettergeschehens über die adiabatischen Vorgänge.
    Doch das alles nur so nebenbei, versteht ohnehin keiner. Das Tabuthema ist das grundlegende. Es waren zu Beginn des 20. Jahrhundert so etwa 1,5 Milliarden auf diesem Planeten. Nun sind es 7,2 Milliarden mit weiter wachsender Tendenz. Das Problem ist, dass dieses Wachstum einer Exponentialfunktion unterliegt.
    Wann will man diese wirkliche Problem angehen? Bei 10 Milliarden, dann sollte man mal bereits jetzt damit anfangen, oder erst bei 20 Milliarden? Oder will man warten, bis die Menschen über sich herfallen um noch einen Happen zu ergattern, falls sie dann überhaupt noch Luft dazu haben.
    Das ist das Problem. Und da sind die Ökonomen aller Couleur gefragt, humane Lösungen zu finden. So wie Bäume nicht endlos in den Himmel wachsen, so kann auch die Menschheit nicht grenzenlos wachsen.

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