Bedeutet Klimawandel Hunger?

Steffen Hentrich

Lässt man sich von den Aussagen von Umwelt- und Entwicklungs-NGO leiten, dann besteht kein Zweifel, dass eine durch Treibhausgase erwärmte Welt ein erhebliches Problem für die globale Landwirtschaft ist und deshalb in nichts anderem als in zunehmendem Hunger enden kann. Indes gibt es für diese Annahme wenig empirische Evidenz, dafür jedoch umso mehr modelltheoretisches Kaffeesatzleserei. Tatsächlich ist der Ertrag von Nutzpflanzen in den vergangenen fünfzig Jahren trotz der globalen Erwärmung kontinuierlich gestiegen, das flächenbezogene Ertragswachstum von Mais, Weizen und Soja weist einen ungebrochen steigenden Trend auf, der nach Aussage des Klimaforschers Roy Spencer auch in absehbarer Zukunft durch neue Züchtungen, gentechnische Saatgutoptimierung und bessere Bodenbearbeitungsmethoden nicht gebrochen werden dürfte.

Ertragswachstum trotz globaler Erwärmung

Regionale Klimaveränderungen können jedoch in einzelnen Anbaugebieten zu erhöhtem Pflanzenstress und damit geringeren Ernteerträgen führen. Doch in einer modernen Marktwirtschaft, die über die logistischen Potentiale verfügt Lebensmittel rasch über weite Entfernungen zu transportieren, stellen diese Probleme in Zukunft keine größeren Entwicklungshürden dar als sie es heute schon sind. Dort wo heute gehungert wird, sind es nicht in erster Linie klimatische Schwierigkeiten mit denen die Menschen zu kämpfen haben, sondern ein Mangel an moderner Landtechnik, Düngemitteln und einer Infrastruktur, die den Transport von Lebensmittels über weite Entfernungen erlaubt. Hinzu kommt die schwierige institutionelle Situation, in der ohne sichere Eigentumsrechte keine Anreize bestehen die Landwirtschaft über ein subsidiäres Niveau hinaus zu betreiben.

All diese Defizite haben mit dem Klimawandel nichts zu tun und verschwinden auch nicht, wenn die Klimapolitik versucht durch teure Emissionsvermeidung den Klimawandel einzudämmen. Unsichere Erträge durch wachstumshemmende Klimapolitik in den Industrieländern werden also im Zweifel keinen Beitrag zur Verbesserung der globalen Ernährungssituation leisten, schon gar nicht, wenn die Klimapolitik wie im Fall der Bioenergieförderung zu direkter Nutzungskonkurrenz der landwirtschaftlichen Ressourcen zur Nahrungsmittelproduktion führt. Stattdessen ist eine entwicklungsfördernde Politik, die den Güter- und Dienstleistungsaustausch auf internationalen Märkten fördert, indem sie sich für Freiheit und Eigentumsrechte der Menschen einsetzt und für stabile Rechtssystem und funktionierende Institutionen sorgt, die beste Klimapolitik. Sie sorgt dafür, dass den Menschen im Klima der Zukunft, egal ob es nun wärmer oder kälter ist, genügend Spielraum zur Anpassung an natürliche Veränderungen bleibt.

Eine Antwort zu “Bedeutet Klimawandel Hunger?

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