Erneuerbare Energieträger im Schatten des EEG

Steffen Hentrich

Die Nutzung erneuerbarer Energieträger (EE) zur Stromerzeugung in Deutschland ist nicht nur im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung ein teures Unterfangen, sondern vor allem auch im Vergleich zu anderen Regionen in Europa, in denen deutlich bessere Nutzungsbedingungen herrschen. So hat das Fraunhofer Institut für Solare Energiesystem in einer Ende 2013 veröffentlichten Studie berechnet, dass die Stromgestehungskosten für Photovoltaikanlagen aller PV-Anlagentypen bei intensiveren Sonneneinstrahlungen (1450-2000 kwh/qm*a), wie sie im Süden Europas auftreten, zumeist deutlich unter 0,12 Euro pro kWh liegen, wohingegen bei den hierzulande üblichen Sonneneinstrahlungen (1000-1200 kWh/qm*a) nur Freiflächenanlagen unter günstigstenen Sonnenbedingungen Strom für weniger als 0,12 Euro/kWh produzieren können. Die meisten in Deutschland ins Netz einspeisenden Anlagen erhalten nicht nur eine sehr viel höhere EEG-(Über-)Förderung, sondern produzieren auch ihren Strom zu Stromgestehungskosten, die bis zu dreimal so hoch wie in Südeuropa sind.

Deutschland leistet sich mit seiner isolierten Förderpolitik den Luxus Solarstrom zu unnötig hohen Kosten zu produzieren und bürdet diese Last den Stromkunden auf. Da die EEG-Reformen der Bundesregierung an der nationalen Ausrichtung der Förderpolitik nichts ändern und damit den europaweiten Wettbewerb um den kostengünstigsten Strom aus erneuerbaren Energieträgern behindern, wird sich an dieser Verschwendung zu lasten der Verbraucher auch vorerst nichts ändern. Dabei würde eine stärker wettbewerblich orientiertes und europaweit implementiertes Fördersystem auf Basis einer Quote für Strom aus erneuerbaren Energieträgern dieses Kostendifferential sehr leicht ausgleichen können. Ebenso wie beim europäischen Emissionshandel, bei jeder Emittent Emissionsminderungen allein dadurch erreichen kann, dass er Emissionszertifikate von denjenigen kauft, die diese durch besonders kostengünstige Emissionsminderungen am Markt anbieten können, würden Grünstromzertifikate deutschen Stromversorgern erlauben allein durch den Erwerb von in Südeuropa produzierten Zertifikaten ihre Quote zu erfüllen. Europaweit käme so sehr schnell ein Wettbewerb um die kostengünstigste Stromerzeugungstechnik und die besten Standorte der Anlagen in Gange, so dass auch deutsche Verbraucher von warmen Sonne des Südens profitieren könnten. Voraussetzung wäre jedoch, dass sich der gemeinsame Strombinnenmarkt endlich auch auf die Förderpolitik für erneuerbare Energien erstrecken würde und die Wahl auf Fördermechanismen fiele, die technologieneutral sind und europaweiten Wettbewerb zuließen. Bei der Wahl eines Quotenmodells auf Ebene der EU, für das ja die langfristigen Ziele bereits auf dem Papier stehen, bestünde zumindest auch die realistische Chance, dass weitere Kostensenkungen ein Aufgehen der EE-Förderung in den Emissionshandel ermöglichen würden. Erst dann ließe sich die derzeit rein industriepolitisch begründbare Förderpolitik auch mit klimapolitischen Argumenten begründen.

2 Antworten zu “Erneuerbare Energieträger im Schatten des EEG

  1. Schwachsinn!!!

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