Selbstorganisiertes Lernen

Detmar Doering

Das „Zeitalter von Google“ verändert die Welt. Gilt das auch für unser Verständnis von Bildung? Ja, meint Sugata Mitra (University of Newcastle), unser Verständnis von Schulen, Lehrer und Lehrinhalten müsse sich radikal ändern. Angesagt wäre ein dezentrales selbstorganisiertes Lernen.

Eine Antwort zu “Selbstorganisiertes Lernen

  1. Das mag ja alles so stimmen. Aber angenommen, man würde den Kindern tatsächlich selbst überlassen, was sie lernen wollen, käme man bald an deren Grenzen. Betrachten wir nur mal Grammatik und Rechtschreibung. E-Mails, Posts in sozialen Foren und SMS zeigen erschreckend deutlich, wie diese Regeln auf der Strecke bleiben. Zweites Beispiel, Rechnen. Wer von Menschen unter 30 kann noch das kleine Einmaleins, geschweige denn das große? Ohne elektronische Unterstützung sind sie völlig aufgeschmissen. Vergleichen wir das zum Beispiel mit Sichtflug in einem kleinen Flugzeug nur mit Hilfe von GPS. Solange mir das Gerät zeigt, wo ich bin ist alles in Ordnung. Fällt aber der Strom aus, habe ich kaum noch eine Chance, mich zu orientieren, selbst wenn ich eine Landkarte bei mir habe. Oder bei Preisvergleichen, wer kann noch im Kopf schnell mal den Preis von 450 Gramm auf ein Kilo hochrechnen? Wer kann noch bei der Multiplikation oder Division großer Zahlen im Kopf überschlagen, ob die Größenordnung stimmt. Solange die Elektronik hilft, ist das kein Problem. Im Vorteil ist aber der, der seinen Rechner im Kopf hat. Soweit bin ich dafür, dass diese Grundregeln unter professioneller Anleitung gelehrt werden.
    Ob Geschichte, Physik, Chemie und die anderen Fächer wie bisher gelehrt werden sollen, sei dahin gestellt. Sicher kann da viel Ballast abgeworfen werden. Aber zumindest die groben Strukturen sollten vorhanden sein. Wie sonst kann ich wissen wo, oder wonach ich suchen muss, wenn interdisziplinäre Fragen auftauchen? Dass in unser Ausbildungssystem die elektronischen Möglichkeiten mehr eingebunden werden müssen ist klar, aber immer nur so weit, wie ich auch ohne diese Hilfsmittel komme. Die Frage allerdings ist doch, wer kann die Ausbildungsunterlagen dahingehend neu zusammen stellen und wer ist selbst nach einer Einweisung in der Lage, diese neue Form des Lernens zu vermitteln? Ganz abgesehen davon, welche Eltern sind damit einverstanden?
    Reizvoll ist der Gedanke schon.
    Peter Bauer

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