Spanien: Konsolidierung zeigt erste Erfolge

Gérard Bökenkamp

Spanien ist eines der Eurokrisenländer, es hat aber die Probleme sehr viel konsequenter angefasst als andere Eurostaaten. Mit 26,4 Prozent hat Spanien zwar nach Griechenland noch immer die höchste Arbeitslosenrate in der Eurozone. Nach dem die Wirtschaft auch im Jahr 2013 noch geschrumpft ist, haben  sich nun aber die wirtschaftlichen Erwartungen verbessert. Die Impulse kommen hauptsächlich vom Export, aber auch aus der Schattenwirtschaft. Der Ökonom Juergen B. Donges kommt in seinem Beitrag für den Blog Wirtschaftliche Freiheit zu dem Ergebnis: „Die Anpassungsmaßnahmen und Strukturreformen, die die Rajoy-Regierung 2012/13 durchgeführt hat (…) haben den Abbau der großen makroökonomischen Ungleichgewichte, die das Land ab 2007 in die Finanz- und Wirtschaftskrise gestürzt hatten, voran gebracht.“

Spanien ist konsequent den Weg der inneren Abwertung gegangen, der durch den Wegfall der Möglichkeit die Wechselkurse anzupassen, notwendig geworden ist. Die Regierung führt das Haushaltsdefizit immerhin langsam zurück, der Arbeitsmarkt ist durch betriebsnahe Tarifverträge und die Lockerung des Kündigungsschutzes flexibilisiert worden, das führte zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und hat zum Abbau des Leistungsbilanzdefizites geführt, die Direktinvestitionen nehmen wieder zu.

Donges merkt aber an, dass das Land sich einerseits von der Rezession erholt, aber die notwendige Schrumpfung des Immobiliensektors noch nicht abgeschlossen ist. Der Strukturwandel in der Industrie stehe erst noch bevor. Das Vertrauen in spanische Staatsanleihen kehre zwar zurück, für die niedrigeren Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen sei aber auch das Ankaufprogramm der EZB mit verantwortlich. Denn trotz der Rückführung des Haushaltsdefizits steigt der Anteil der Verschuldung im Verhältnis zum BIP weiter an. Donges beanstandet auch, dass die spanische Regierung an der Forderung nach Eurobonds festhält, was einen nachlassenden Sparwillen zu zeigen scheint.

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