Millardenmissbrauch

Detmar Doering

Die USA schaffen es nicht, ihre Haushaltskrise in den Griff zu bekommen. Begleitet wird die parteipolitische Debatte von der Frage, welche Aufgaben der Staat nun übernehmen müsse und welche er sich sparen könnte. Darüber werde vergessen, schreibt Veronique de Rugy hier für das Mercatus Center, dass es einen Punkt gebe, über den sich beide Parteien eigentlich einig sein müssten, dem sie aber anscheinend wenig Bedeutung beimessen: dem Missbrauch von staatlichen Geldern. Der summiere sich mittlerweile auf über 100 Millarden Dollar. Dabei seien die Sozialsysteme besonders anfällig. Allerdings bestünden zwischen den einzelnen Subsystemen große Unterschiede, was die Anfälligkeit für „improper payments“ angehe.

2 Antworten zu “Millardenmissbrauch

  1. jetzt mal langsam, bitte. Gucken wir doch mal an, was da in den letzten 40 Jahren passiert ist: Der US-Staat hat sich bis an die 100% des BIP verschuldet – und gleichzeitig ist ein Großteil des Vermögens zugunsten der 1% der Reichen geflossen. Es hat (in Europa übrigens auch, nur nicht so drastisch) eine gigantische Umverteilung von Kapital der Allgemeinheit (=Staatsschulden) zugunsten einiger weniger Wirtschaftssubjekte gegeben. DAS ist eine systemimmanente Fehlallokation. Die Kreislaufwirtschaft erfordert eine möglichst nachfragewirksame Kapitalverteilung. Die ist nicht gegeben. Deshalb, liebe Freunde, krankt das System. Wo sich Kapital in sinnlosen Höhen bei wenigen akkumuliert, kann es nicht mehr zirkulieren. Das entzieht den Produktivmärkten Mittel zugunsten von Spekulationsmärkten. Wunderbar zu beobachten, wenn man die Kupferpreise (Konjunktur-Indikator) mal gegen die Aktienpreise (Spekulations-Indikator) iin der gegenwärtigen Blase laufen lässt. Aktien und andere Spekulationsobjekte sind zu 50% überbewertet. Das verhindert den Marktfluss und zwingt die Zentralbanken zu andauernder Liquiditätszufuhr. Am Ende bleiben nur zwei Alternativen: Die Entwertung von Vermögen und Schulden durch Inflation – oder durch anhaltende Depression. Beides keine rosigen Aussichten. Man hätte das Dilemma verhindern können – durch wirksame Sperren von übermäßiger Kapital-Akkumulation in den Händen von wenigen Wirtschaftssubjekten. Das allerdings widerspricht der marktliberalen (und erwiesenermaßen falschen) Republikaner-Doktrin der heilsamen Wirkung von unregulierten Märkten. Darunter leiden wir, auf lange Zeit, immer noch alle. Die Schuld an der Fehlleistung tragen NICHT die Sozialsysteme – die verteilen Kapital immer noch sehr viel nachfragewirksamer als das Hedgefonds-System. Der Fehler liegt in der nicht erfolgten Verhinderung von Störungen des Kreislaufs durch Akkumulation.

  2. Es ist grotesk, wenn die Anhebung der Verschuldungsobergrenze des US-Haushalts von Medien und Politik als Erfolg gefeiert wird….

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