Niedrige Zinsen und wandernde Blasen

Gérard Bökenkamp

Der Ökonom Gunther Schnabl stellt in seinem Beitrag für den Sammelband „Zu groß um pleitezugehten – Dauerbaustelle Bankenregulierung“ fest, dass die finanz- und gelpolitischen Ansätze der Keynesianer weitgehend gescheitert sind. Ein signifikantes Beispiel dafür ist Japen:

„Denn die seit Mitte der 1990er Jahre fortbestehende Nullzinspolitik konnte nicht zur nachhaltigen Wiederbelebung der einst so dynamischen japanischen Wirtschaft beitragen. Stattdessen ist der stetige Anstieg der Staatsverschuldung mit einer impliziten Verstaatlichung von Banken und Unternehmen, steigender Lohngleichung und schleichenden realen Einkommensverlusten einhergegangen. Keynesianische finanz- und geldpolitische Stabilisierungsmuster haben in die wirtschaftspolitische Sackgasse geführt, in der die erneut keynesianisch geprägten Abenomics wie ein verzweifeltes Aufbäumen gegen den stetigen wirtschaftlichen Verfall wirken.“

Seit den achtziger Jahren wird die Weltwirtschaft von einer asymetrischen Zinspolitik der Zentralbanken destabilisiert. In Krisenzeiten werden die Zinsen heruntergesetzt, um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern, im Aufschwung werden aber die Zinsen nicht mehr im selben Maße, wie sie vorher gesenkt worden sind, angehoben. Wodurch das Zinsniveau immer weiter gesunken ist. Das Ergebnis dieses niedrigen Weltzinsniveaus ist eine „Welle von wandernden Blasen.“

Ergebnis dieser Wandernden Blasen waren der Crash in Japan, die Asienkrise 1997, die Dotcom-Blase und die Immobilienblase, die in die Finanzkrise von 2007 mündete, und die Eurokrise als Folge der niedrigen Zinsen für Staatsanleihen. Auch heute gibt es Anzeichen für Blasenbildung: „Unter anderem scheinen bei Rohstoffen, Gold, Lebensmitteln oder deutschen Immobilien die Preise stark nach oben verzerrt. Der chinesische Exportsektor und die aufstrebenden Volkswirtschaften im Allgemeinen scheinen überdimensioniert.“

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