Olympische Ideale und Realität

Detmar Doering

Seit langem waren Olympische Spiele so umstritten wie die in Sotschi. Die Terrorgefahr und die politische Nutzung der Spiele durch Russlands Machthaber Wladimir Putin scheinen den olympischen Idealen von Völkerfreundschaft, Frieden und Brüderlichkeit nicht ganz zu entsprechen. Der völkerübergreifende Sport soll schließlich so etwas wie praktizierte Friedensdiplomatie sein. Diese Erwartung sei schlicht zu hochgesteckt, schreibt Michael Rubin in diesem Kommentar für das American Enterprise Institute. Das lehre schon ein Blick auf die Geschichte, deren Bilanz hier eher mager ist. Die Hoffnungen, dass es etwa gelinge, fragwürdige Regime im Veranstaltungsland zu schwächen, habe sich bisher meist als illusorisch erwiesen.

Eine Antwort zu “Olympische Ideale und Realität

  1. Man muss sich fragen, was erzeugt bei Ihnen eigentlich diesen Drang, so etwas wie den „Kalten Krieg“ unter allen Umständen aufrecht zu erhalten?
    Ist es mangelnde Kenntnis der Geschichte? Ist es der Wunsch, um jeden Preis Konflikte zu erzeugen? Ist es Frustration über das, was hier in Europa stattfindet, die Erkenntnis, dass man die wirklich schöne Idee eines Europa in den letzten Jahren zugrunde gerichtet und damit das Ende dieser Idee eingeläutet hat?
    Fragen Sie sich das doch einmal selbst.
    Wie ging es denn damals in den Gründerjahren hier und nicht nur hier, sondern überall in Europa zu. Bildeten sich da nicht auch zunächst das, was man heute „Oligarchien“ nennt?
    Ist es so schwer zu verstehen, dass sich Russland heute immer noch in diesen Gründerjahren befindet nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die den von vornherein unsinnigen Versuch unternommen hatte, die Ideen eines Marx in die Tat umzusetzen? Sehen Sie nicht die Analogie zwischen dem, was in Russland derzeit sich abbildet mit dem, was sich hier in Deutschland nach der „Wiedervereinigung“ abgebildet hat. Ist das, was in den sogenannten Neuen Ländern seit 1989 abgelaufen ist, nicht nur eine Verkleinerung dessen, was in Russland abläuft?
    Deutschland, aber auch die EU insgesamt, hätte sich weit mehr um die Beziehungen bemühen sollen. Aber was war das Ansinnen der Politik? Sie verlangten dort mindestens dieselben Bedingungen wie hier. Sie meinten, genau so wie es in den Neuen Ländern passierte, man müsse dort nur erscheinen und alles liege einem zu Füßen, vor allem aber auch, alles ginge nur nach unseren Regeln. Welch eine Hybris.
    Es müsste Ihnen doch klar sein, dass der Weg, den wir hier gegangen sind, nämlich die kritiklose und unbedingte Übernahme von Regularien, vor allem im Wirtschafts- und Finanzbereich, aus den USA, wo andere Verhältnisse herrschten, wo sich aber inzwischen auch zeigt, dass dieser Weg der USA auch nicht mehr lange durchzuhalten sein wird, Die Loslösung der Börsenkurse vom Unternehmenserfolg war es schließlich, die das Finanzdesaster verursacht hat. Es war die Tatsache, dass die EU die Vormachtstellung des Dollar völlig kritiklos akzeptiert. Wenn die EU schon einen Euro kreiert hat, warum hat sie nicht dafür gesorgt, dass soviel Handel wie möglich mit den außereuropäischen Ländern über den Euro abgewickelt wurden bzw. werden? Das hätte dem Euro ganz erhebliche Turbulenzen, ja, die entscheidenden Turbulenzen erspart. Komme niemand mit dem Argument, der Dollar sei die Leitwährung wegen der Wirtschaftskraft der USA. Das wäre kein Argument, sondern bestenfalls ein Witz. Nein, es ist die Furcht, den Schutz dieser angeblichen Supermacht nicht mehr genießen zu dürfen. Das wissen die USA natürlich auch. Da liegt auch der Grund, weshalb mit den fortwährenden Sticheleien (Raketenabwehrschild in Polen, Tschechien etc., Terrorgefahr und dergleichen mehr, die Liste ist lang) dieses Abhängigkeitsgefühl in jedem Fall aufrecht gehalten werden muss, was die USA auch – klugerweise aus ihrer Sicht – tun.
    Für die Staaten ist es von eminenten Interesse, den Euro zu schwächen. Diesem Ziel diente auch die Finanzkrise. Und es war, wie man sieht, erfolgreich. Europa wird insgesamt mit dieser Methode geschwächt, weil es einen erheblichen Teil seines Erfolgs in die Funktion von Staaten investiert wird, die vorsätzlich weit über ihre Verhältnisse leben. Man sehe sich nur an, wie nonchalant die Italiener den Exodus von Fiat zur Kenntnis nehmen.
    Diese Denkweise hat auch Deutschland inzwischen ergriffen. Man denke an Hochtief. Eine Farce übelster Art. Da übernimmt ein maroder spanischer Baukenzern dieses Unternehmen Hochtief. Woher kommt eigentlich das Geld dafür? Die Antwort ist simpel. Die spanischen Banken, die diesen sanierungsbedürftigen spanischen Baukonzern finanzierten, wollten sich des Risikos entledigen. Dafür stellten sie die Mittel zur Verfügung mit dem Ziel, Hochtief dann sukzessive zu filetieren und sowohl sich wie auch den spanischen Baukonzern zu sanieren. Als Krönung kommt dann noch, dass den spanischen Banken, die ja selbst bereits Sanierungsfälle waren, dieses Geld von Deutschland selbst über die Rettungsschirme zur Verfügung gestellt werden.
    Na ja, auf diesem Gebiet verfügt Deutschland ja über sehr langjährige Erfahrung. Ich erinnere, an den Senkrechtstarter – ich weiß, es ist lange her – an das Röhrenembargo, wo dann die befreundeten Länder (Großbritannien und Frankreich) einsprangen, an das LKW-Werk, das in der Sowjetunion von Mercedes-Benz gebaut werden sollte, der Bund die notwendigen Kredite aber verweigerte, dafür aber Italien diese Mittel von 4 Mrd DM zur Verfügung stellte, womit dann Fiat diesen Auftrag erhielt. Auch diese Liste lässt sich zwanglos fortführen.
    Nun wird das mit Russland weitergeführt. Putins Spiele? Hieß es früher auch Prodis Spiele, Bush´s Spiele, oder betreffend München Brandt`s bzw. Schmidt´s Spiele etc.?
    Man kann es wohl kaum übersehen, dass diese ganzen Kampagnen ausschließlich dem Zweck dienen, politische Indoktrinationen zu erzeugen.
    Wir erleben derzeit genau das, was wir naiver Weise glaubten überwunden zu haben, eine Wiederauferstehung der DDR mitsamt deren menschenverachtender Philosophie.

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