Wirklichkeitsnahe Ökonomie

Detmar Doering

Der ordnungspolitische Gedanke hat durch die Forschungen der Public-Choice-Schule eine Bereicherung erfahren. Diese versucht auch die politischen Prozesse, die in die Wirtschaft eingreifen, ökonomisch zu analysieren. Indem sie die politischen Akteure als rationale Nutzenmaximierer betrachtet, die sich z.B. in einer Demokratie um kurzfristige Stimmenmaximierung bemühen. Daraus ergaben sich Forderungen nach einem Ordnungsrahmen, der durch wohlkonstruierte institutionelle und konstitutionelle Arrangements erreichen soll, dass den politischen Akteuren die Anreize gesetzt werden, die sie zu marktwirtchaftlicher Effizienz animieren.

Inzwischen ist mit der Verhaltenökonomie (Behavioural Economics) eine Denkrichtung in der Ökonomie aufgetreten, die das Modell des rationalen Nuntzenmaximierers generell in Frage stellt – also auch in Bezug auf politische Akteure.

Public-Choice-Ökonomen haben sich diesem neuen Ansatz bisher weitgehend verschlossen. Jan Schnellenbach und Christian Schubert argumentieren in diesem Diskussionspapier des Walter Eucken Instituts, dass gerade der neue Ansatz der Behavioural Economics enorme Potenziale für die Public Choice bereithält. Die Fokussierung auf Empirie könne dazu dienen, die immer mehr sichtbaren Abweichungen der Realität von den bisher verwendeten neoklassischen Modellen zu erklären.

2 Antworten zu “Wirklichkeitsnahe Ökonomie

  1. Zu dem Thema auch: http://mises.org/daily/6654/Behavioral-Economics-and-Irrational-Voters
    Zu Public Choice zwischen „benevolence“ und „omniscience“: Peter J. Boettke und Edward J. López: Austrian Economics and Public Choice (2002).
    Zur „epistemic primacy“ und einer subjektivistischer Variation/Erweiterung von Public Choice: Anthony J. Evans: A subjectivist’s solution to the limits of public choice (2013).
    Zur Konzeptualisierung von rationalem und irrationalen Wähler auch: Bryan Caplan: The Myth of the Rational Voter: Why Democracies Choose Bad Policies (2007). http://www.cato.org/publications/policy-analysis/myth-rational-voter-why-democracies-choose-bad-policies

  2. ich lach mich schlapp. „Die Fokussierung auf Empirie könne dazu dienen, die immer mehr sichtbaren Abweichungen der Realität von den bisher verwendeten neoklassischen Modellen zu erklären.“ HALLO? Die MODELLE sind FALSCH! So einfach ist das. Dumm, wenn die Realität der ach so schönen Theorie ein Schnippchen schlägt. Nun, ich darf daran erinnern: Auch der Kommunismus ist letztendlich an der Realität gescheitert – Theorie hatten die mehr als genug.

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