Finanztransaktionssteuer verhindert keine Blasen

Gérard Bökenkamp

Elf Länder wollen sich in der EU an der Einführung einer Finanztransaktionssteuer beteiligen. Wahrscheinlich ist die Einführung nicht vor dem Jahr 2015. Dass die Steuer dazu beiträgt die Finanzmärkte stabiler zu machen, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Zum einen ist der wichtige Finanzplatz London an dieser Initiative nicht beteiligt, zum anderen waren kurzfristige Transaktionen für die Entstehung der Finanzkrise nicht ausschlaggebend.

Weder an der lockeren Geld- und Niedrigzinspolitik, noch an den längerfristigen Krediten an Immobilienbesitzer, noch an der Verschuldung der Staaten hätte die Transaktionssteuer etwas geändert. Nicht unwahrscheinlich ist, dass die Finanztransaktionssteuer die Finanzmärkte sogar noch krisenanfälliger macht. Durch sie wird der Anreiz geschaffen viele kleine, aber risikoarme Transaktionen, durch wenige aber risikoreichere Transaktionen zu ersetzten. Jörn Quitzau bringt das auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit auf den Punkt:

„Lediglich für kurzfristige Transaktionen, die mit hoher Umschlaghäufigkeit auf das Erzielen schneller Gewinne ausgerichtet sind, ist die Steuer ein wirksames Instrument. Allerdings sind es gerade nicht die kurzfristigen Transaktionen, die regelmäßig für die großen Blasen und die anschließenden Blutbäder an den Börsen sorgen, so dass grundlegend stabilere Finanzmärkte von einer Transaktionssteuer nicht zu erwarten sind.“

Auch die Verteilungspolitischen Wirkungen, die von der Finanzaktionssteuer erhofft werden, werden wahrscheinlich ausbleiben, da die Finanzinstitute die Möglichkeit haben die Kosten der Finanztransaktionssteuer auf ihre Kunden abzuwälzen. Quitzau stellt fest:

„Selbst unabhängige Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarten, dass ein Großteil der Steuerlast auf die Kunden abgewälzt würde und der Finanzsektor durch die Finanztransaktionssteuer folglich nur in geringem Umfang an den Krisenfolgekosten beteiligt werden könne.“

Eine Antwort zu “Finanztransaktionssteuer verhindert keine Blasen

  1. Schon Keynes stellte fest, dass eine Finanztransaktionssteuer zu geringerem Handelsvolumen und geringerer Liquidität führen kann. Diese Steuer ist nicht zu begrüßen.

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