Mindestlohn und Arbeitsmarkt in der EU

Detmar Doering

Mindestlöhne sind umstritten. Die Befürworter meinen, sie hätten keinen negativen Effekt auf den Arbeitsmarkt. Doch zumindest in der EU scheint es so zu sein, dass Länder mit gesetzlichem Mindestlohn unter einer höheren Arbeitslosigkeitsrate leiden als Länder, die derartiges nicht kennen, wie dieses Diagramm zeigt.

5 Antworten zu “Mindestlohn und Arbeitsmarkt in der EU

  1. Die Mindestlohndebatte wird auf liberaler Seite viel zu defensiv und ängstlich geführt.

    Die Frage muß nicht lauten: Wieviele Jobs vernichten Mindestlöhne? Sondern: Welche Beweise gibt es, daß ein Mindestlohn X die soziale Situation der diskutierten Gruppen tatsächlich verbessert?

    Die Beweislast liegt bei den Leuten, die für den Mindestlohn sind. Nicht umgekehrt.

  2. Der Mindestlohn ist für die, die ihn erhalten (zumindest zunächst) ein Gewinn. Andere bekommen vielleicht deshalb schwieriger eine Arbeitsstelle als Einstieg in den korporatistischen Arbeitsbereich. Aber da Deutschland nicht gerade ein Land des Aufstiegs ist, sondern der Sicherheit und Stabilität, sind solche Niedriglohnjobs vermutlich oft Sackgassen. Rechtlich wäre es richtig, wenn alle betroffen wären, wenn es also eine Vor- und Nachteils-Gleichheit gäbe. Das hieße real(typisch) wäre es schon ein Erfolg (für Recht und Ethik), wenn kein bisher nicht benachteiligtes Partikularinteresse zu viel davon profitieren würde.

  3. Brauchen wir einen Mindestlohn? Ich bin der Meinung das wir es nicht nötig habe. Klar gibt es eine Branchen bei denen es evtl. sinnvoll wäre, doch größtenteils geht es bei und doch ganz gesittet her. Auch der Arbeitsmarkt sieht für das Jahr 2014 nicht schlecht aus. Immer wieder liest man vom Aufschwung und suchenden Arbeitgebern.
    Einen sehr guten Arbeitsmarkt finden Mitarbeiter aus dem Finanz- und Rechnungswesen vor. Mehr als ein Drittel der deutschen CFOs wollen in diesem Jahr ihre Finanzabteilungen personell verstärken. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/persoenlich-personal/personal/mitarbeiter-gesucht-cfos-stellen-wieder-mehr-ein/ ]
    Diese und viele weiter Nachrichten finden wir in der Presse vor. Schauen wir mal was das Jahr 2014 noch so bring.

    Gruß,
    W.

  4. Bei den deutschen Mittelständler scheint das Problem des Mindestlohns nicht mehr akut unangenehm zu sein: Bereits vereinbarte Verbesserungen in einigen Niedriglohnbereichen:
    „Im Friseurgewerbe steigt der allgemeinverbindliche Mindestlohn von zurzeit 7,50/6,50 Euro (West/Ost) bis August 2015 auf einheitliche 8,50 Euro. In der Leih-/Zeitarbeit wird der aktuelle Mindestlohn von 8,50/7,86 Euro (West/Ost) bis Juni 2016 in zwei Stufen auf 9,00/8,50 Euro angehoben. In der Fleischindustrie sieht der im Januar erstmals vereinbarte Mindestlohntarifvertrag einen Betrag von einheitlich 7,75 Euro ab Juli 2014 vor. Er wird dann in drei Stufen auf 8,00 Euro (Dezember 2014), 8,60 Euro (Oktober 2015) und schließlich auf 8,75 Euro (Dezember 2016) angehoben.In der Landwirtschaft sollen die in einigen Regionen noch bestehenden Tarifverträge für Saisonarbeitskräfte künftig entfallen, stattdessen erfolgt eine Eingruppierung in die regulären Tarifverträge. Bis Dezember 2017 sollen die untersten Stundenlöhne schrittweise auf 8,50 Euro je Stunde ab Dezember 2017 angehoben werden.“ Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/strategie-personal/tarifloehne-in-den-vergangenen-jahren-gestiegen/

  5. Bei den deutschen Mittelständler scheint das Problem des Mindestlohns nicht mehr akut unangenehm zu sein:

    Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas…

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