Wie kam es zur Ein-Kind-Politk?

Detmar Doering

Chinesische-KinderDie Ein-Kind-Politik hat in China schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen (z.B. Zwangsabtrei-bungen) zur Folge gehabt. Vor allem haben aber die wirtschaftlichen Implikationen, die sich aus diesem Eingriff in die demographische Entwicklung ergeben haben – etwa der Männerüberschuss und die Überalterung der Gesellschaft – dazu geführt, dass das Land langsam von dieser Politik Abstand zu nehmen beginnt. Aber warum kam es überhaupt zu dieser Politik? Der britische Wissenschaftspublzist Matt Ridley weist in diesem Beitrag darauf hin, dass insbesondere die Bevölkerungspessimisten und Untergangspropheten des „Club of Rome“ einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Meinungsbildung der Regierenden in China hatten. Ernsthaft auseinandergesetzt habe sich die Organisation mit den Wirkungen ihres Tuns allerdings noch nicht.

Eine Antwort zu “Wie kam es zur Ein-Kind-Politk?

  1. Es wird ja oft das Buch „Grenzen des Wachstums“, das der Club of Rome herausgebracht hatte (um 1968) als Anfangspunkt gesehen.
    Diese These ist nicht ganz richtig. Tatsache ist, dass es Anfang der 60er Jahre eine Studie der UNESCO gab, die zu dem Schluss kam, dass dieser Planet auf Dauer eine Bevölkerung von 2 Milliarden Menschen aufnehmen kann, ohne ausgeplündert zu werden.
    Damals wurde diese Studie vor allem hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs angestoßen. Dazu gehörte auch der Flächenverbrauch für die Ernährung dieser Menschen im weiteren Sinne.
    Dies war der Anstoß für Staaten, die einen starken Bevölkerungszuwachs verzeichneten und die vor allem auch die Versorgungsprobleme spürten, darüber nachzudenken, dieses Wachstum zu beschränken.
    Zu den ersten Staaten, die das umsetzten gehörten eben China und auch Singpore, die beide sehr verschiedene Wege gingen, nichtsdestoweniger aber beide auch gleichermaßen angegriffen wurden.
    Während China die Sache rigoros, sozusagen in Endzeitmanier, anging, setzte Singapore auf eine elegantere Strategie. Dort favorisierte man die Zwei-Kind-Lösung. Die sah, in groben Zügen etwa so aus, für die ersten beiden Kinder sorgte der Staat für deren medizinische Versorgung, für die Ausbildung etc. entlastete die Eltern von den Kosten für den Unterhalt dieser beiden Kinder in hohem Maße, für jedes weitere Kind hatten die Eltern allein aufzukommen, also Gesundheitsfürsorge, Schulausbildung etc.
    Das rigorose chinesische Modell war nahm vor allen die chinesischen Traditionen überhaupt nicht wahr, was zu den bekannten Folgen führte (Tötungen von weiblichen Nachkommen etc.).
    Bevor man sich aber über diese Thematik echauffiert, sollte man sich die Frage stellen, ob das derzeitige Wachstum der Gesamtbevölkerung auf inzwischen 7,2 Milliarden so hingenommen werden kann.
    Ein Wachstum, wie es seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts nachvollzogen wurde, nämlich etwa 2 % pro Jahr, würde bei Weiterführung eine Verdoppelung etwa alle 35 Jahre bedeuten, also im Jahr 2050 etwa 14 Milliarden Menschen bedeuten.
    Wer sich ernsthaft mit den bereits seit längerem bekannten Problemen nicht nur der Überfischung, des Landverbrauchs, der Klimabeeinflussung, die Liste lässt sich sehr lang fortsetzen, beschäftigt, die allesamt als „anthropogen“ betrachtet werden, wird nicht umhin können festzustellen, dass irgendwann diesem Wachstum ein Ende gesetzt werden muss.
    Dabei stellen sich zwei Fragen: Ab welcher Größenordnung will man das tun und in diesem Zusammenhang, wie lange gibt man denn noch der Spezies Mensch an Existenz sowie auch die Frage, unter welchen Bedingungen stellt man sich diese weitere Existenz, also die unserer Nachkommen, vor?
    Die zweite wäre: Man überlässt der Natur die Lösung des Problems. Und ich denke, jeder, der in etwa die Natur des Menschen kennt, also sich selbst kennt, kann sich ausmalen, wie das dann aussehen wird. Wir haben ja bereits diese Verteilungskämpfe seit einiger Zeit auf unserer Bühne. Oder glaubt wirklich jemand, die derzeitigen Konflikte seien darin begründet, die „Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ unserer Lesart dem Rest der Welt aufzuzwingen. Es geht darum, Ressourcen langfristig zu sichern, auch darum, andere zu hindern, diese Ressourcen für eigene Zwecke zu benutzen. Ob Irak, Afghanistan, oder der Unfug des „arabischen Frühlings“, die Destabilisierungsaktionen dienten und dienen allein diesem Zweck.
    Nochmals zur Erinnerung: Wir haben von 1900 bis heute etwa die Hälfte aller verfügbaren Ressourcen verbraucht, seien wir großzügig und sagen in den letzten 150 Jahren.
    In dieser Zeit hat sich Bevölkerung versiebenfacht, was auf diesen Verbrauch natürlich durchschlägt. Hat irgendjemand nähere Informationen, dass die Spezies Mensch binnen der nächsten 500 Jahr ausgestorben sein wird? Sicher nein.
    Und an die Utopisten: Tun Sie sich einen Gefallen und sehen Sie die Machwerke, die permanent vor allem auf Sendern wie Phoenix, NTV, N 24, ZDFinfo etc. gesendet werden, als Science Fiction, wobei man das Wort „Science“ in aller Regel getrost streichen darf. Die Reise zu den Sternen kann man getrost zur Seite legen.

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