Strompreissteigerungen treffen geringqualifizierte Beschäftigte besonders

Steffen Hentrich

Allein die Belastung der Haushalte mit der EEG-Umlage bringt es mit sich, dass die Energiewende besonders die Bezieher niedriger Einkommen belastet. Dort wo die Stromkosten einen höheren Anteil am Haushaltsbudget ausmachen, schlagen auch steigende Strompreise schmerzhafter zu Buche. Doch dies ist nicht der einzige Mechanismus, der den „kleinen Mann“ zum Lastenesel der Energiewende macht. Eine weitere Bürde bekommen Bezieher geringer einkommen aufgeladen, weil ihre Jobs durch steigende Strompreise einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind. Erst kürzlich veröffentlichte das Bonner Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) die Ergebnisse einer Untersuchung, nach der die Erhöhung der EEG-Umlage im kommenden Jahr kurzfristig rund 86.000 Jobs im verarbeitenden Gewerbe kosten könnte, längerfristig sogar noch mehr. Das sind zwar laut IZA noch moderate Beschäftigungseffekte, doch würden die weniger die Jobs von Facharbeitern, sondern eher die Arbeitsplätze von Akademikern und geringsqualifizierten Beschäftigten treffen. Ein Prozent höhere Strompreise würden die Arbeitsnachfrage um 0,7 bzw. 0,5 Prozent reduzieren. Während sich bislang gut bezahlte Akademiker zumindest theoretisch mit einer Vermögensanlage in subventionierten Anlagen zu den potentiellen Gewinnern der Energiewende zählen konnten, trifft es Geringverdiener damit besonders stark. Unter diesen Bedingungen dürfte es für ein sozialdemokratisch geführtes Wirtschafts- und Energieministerium immer schwieriger werden an der Energiewende nach bisherigem Muster festzuhalten.

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