Die frohe Botschaft

Steffen Hentrich

Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichte, dass ist eine der Grundregeln des Journalismus, die insbesondere in den Sparten Gesellschaft und Umwelt besonders ernst genommen wird. Deshalb sind die frohen Botschaften über steigenden Wohlstand, längeres und gesünderes Leben und eine lebenswerte Umwelt rar. Stattdessen werden wir ohne Unterlass mit Katastrophenmeldungen bombardiert, an deren Ende stets das schlechte Gewissen über das gute Leben im Angesicht all des Elends um uns herum steht. Nur wenige Kommentatoren durchbrechen diese Branchenregel und machen sich deshalb auch regelmäßig unbeliebt. Einer von ihnen ist der dänische Statistiker Björn Lomborg, der immer wieder zu mehr Optimismus und Realismus in der Umweltdebatte auffordert. Auch in seiner jüngsten Kolumne auf Project Syndicate bricht er eine Lanze für den Mut zu mehr Optimismus. Immer weniger Menschen leiden weltweit unter bitterer Armut und die Bildung von immer mehr Menschen öffnet Zukunftsperspektiven. Heute gelten 17 Prozent der Menschen global als arm, vor dreißig Jahren waren es 42 Prozent und vor 200 Jahren gar 80 Prozent. Ein anderer Vertreter der eher seltenen optimistischen Wissenschaftlerriege ist der schwedische Medizinprofessor und kreative Kopf hinter der globalen Datenbasis Gapminder. Er kann ebenfalls statistisch belegen, dass die Welt besser wird, doch niemand es glauben will. Er hält nichts von Geburtenkontrolle, um die Menschheit vor sich selbst zu entlasten. Die Verhältnisse in den die Menschen leben müssen sich ändern, dann werden auch nicht mehr so viele Kinder ins Elend hineingeboren. Sein Credo: „Kümmere dich um die Leute, die Bevölkerung reguliert sich dann selbst.“ Dem kann man als Rat an die Politik nur hinzufügen: Bringt eure politischen Institutionen in Ordnung, schützt Eigentum und lasst den Menschen die Freiheit und Selbstbestimmung zum eigenverantwortlichen Handeln, dann machen sie selbst etwas aus ihrem Leben. Und vielleicht schaffen sie es dann auch vorbei an den düsteren Schlagzeilen der Massenmedien optimistisch in die Zukunft zu schauen.

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