Rentenerhöhung heute senkt das Rentenniveau in der Zukunft

Gérard Bökenkamp

Wie der Tagesspiegel berichtet, fällt nach Berechnungen der Bundesregierungen durch die geplanten Rentenerhöhungen der Großen Koalition der Anstieg der Renten in Zukunft geringer aus als nach den bisherigen Prognosen. Das zukünftige Rentenniveau werde demnach bis 2030 im Vergleich zu dem bisher prognostizierten Niveau durch die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Rentenkassen von 44,4 auf 43,7 Prozent des durchschnittlichen Arbeitsendgeldes fallen. Das zeigt, dass Union und SPD eine Klientelpolitik für die heutigen Rentner betreiben, die einen großen Teil ihrer Wählerschaft ausmacht. Die Interessen der jüngeren Beitragszahler werden hingegen von der Großen Koalition nicht mehr berücksichtigt.

2 Antworten zu “Rentenerhöhung heute senkt das Rentenniveau in der Zukunft

  1. Falscher Ansatz
    Die Interessen der heutigen Rentner wie auch die Interessen der heutigen Jüngeren sind irrelevant.
    Es geht um das Interesse des ganzen Landes. Da gehören die einen wie die anderen dazu.
    Was die Finanzierung angeht: Wenn es einen Beweis für die Unfähigkeit, wenn nicht Böswilligkeit der Politik braucht, dann ist gerade dieses Thema prädestiniert dafür.
    Seit sage und schreibe Anfang 1960 wird über dieses Thema diskutiert. Was ist dabei herausgekommen? Richtig, Nichts. Bestenfalls Flickschustereien, die das ganze Problem nur brisanter gemacht haben.
    Das Rentensystem war einmal als Generationenvertrag geplant. In der Tat, das war einmal.
    Man weiß seit den 60er Jahren, dass es allein schon aufgrund der Rationalisierung – man kann auch sagen, wegen der Fortschritte in der Technik – nicht mehr über die vorhandene Systematik bezahlt werden kann. Zur Erinnerung: Die heutigen Beitragszahler finanzieren die heutigen Rentner.
    Fakten sind: Die Beitragszahler werden von Jahr zu Jahr weniger. Das wird allein bereits durch die Zahl der Arbeitslosen, der Sozialhilfeempfänger gleich welcher Kategorie sowie der gering Entlohnten hinreichend belegt.
    Desweiteren ist die Zahl der Einzahler gegenüber früheren Jahren gravierend gesunken.
    Somit kann die Rechnung heute nicht mehr aufgehen. Dazu reicht das kleine Einmaleins.
    Warum ist das so? Auf den Einfluss der technischen Entwicklung habe ich bereits hingewiesen. Industrieunternehmen, die früher hunderttausend Mitarbeiter beschäftigten zählen heute gerade mal noch zwanzigtausend. Produzieren dafür aber erheblich mehr. Beispiele Stahlindustrie,
    Die Politik hat es geschafft, einen nicht unerheblichen Teil der Industrie ins Ausland zu drängen (Kraftwerksindustrie – ehemals führend in der Welt, heute gibt es sie faktisch nicht mehr -, chemische Industrie, Pharma-Industrie, die beide auf den Abmarsch sind, optische Industrie – mit Ausnahme von Zeiss ebenfalls hier nicht mehr vorhanden – Luftfahrt, Textil, von Forschungen, die man hier quasi untersagt hat, weil sie nicht ins Bild der stramm geistes“wissenschaftlich“ ausgerichteten Politiker passt, mal ganz abgesehen.
    Nun gilt es mit den verbliebenen Möglichkeiten dieses Problem, eines von vielen anderen, anzugehen.
    Eine Lösung wäre, nicht mehr nur die abhängig beschäftigten in dieses System einzubinden, sondern alle, die Einkünfte haben, also auch Freiberufler, Beamte, Selbständige inkl. auch die Unternehmen. Man kann natürlich da Bemessungsgrenzen einfügen, die den Zugriff beschränken. Die kapitalorientierten Unternehmen zahlen einen fixen Prozentsatz vom Gewinn vor Verteilung, bei allen natürlichen Personen wird ein Höchstbetrag vom Steuereinkommen festgelegt, wie es bei den Bemessungsgrenzen auch ist. Selbstverständlich erhalten diese Leute auch eine Rente, deren Berechnung man ähnlich der heutigen anpassen kann.
    Sicher kommt das einer Steuer gleich. Der Unterschied besteht darin, dass die Verwendung dieser Beträge zweckgebunden sind und auch so festgeschrieben werden, dass zwar hinsichtlich der Höhe der Bemessungsgrenzen wie auch der Prozentpunkte Anpassungen möglich sind, eine andere Verwendung allerdings ausgeschlossen wird (Teil des Grundgesetzes unter Ausschluss der Abwählbarkeit durch 2/3-Mehrheit o.ä.)
    Wer sich höher versichern will, kann das ja tun. Dass die börsenabhängigen Kapitalversicherungen keinen Schutz bieten, dürfte inzwischen eigentlich jedem klar sein.
    Dies wäre aus meiner Sicht ein gangbarer Weg, der sicher noch erhebliche Korrekturen braucht. Nur anfangen muss man mal, nach mehr als 50 Jahren Stillstand.

  2. frage : sinkt der anteil der rentenzahlungen am bruttosozialprodukt ?–werden renteneinzahlungen auch für andere zwecke sachfremd verwendet ?

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