Klimadebatte: Heucheln nicht nötig

Steffen Hentrich

Es ist nicht nötig nachhaltiges Denken zu heucheln, wenn man in Zukunftsfragen verantwortungsvoll handeln will. Davon ist Peter Heller in seinem Beitrag Klimaschutz ist für die Seele auf dem Weblog ScienceSkepticalBlog überzeugt:

Ich argumentiere gegen Nachhaltigkeit, Vorsorgeprinzip und gegen das daraus resultierende Konzept eines Klimaschutzes durch Vermeidung, weil es an meinen Geldbeutel geht. Ich habe schlicht keine Lust, für Energie, für Heizung, Strom und Treibstoffe zu viel zu zahlen. Eigentlich könnten diese Dinge mittlerweile, einen freien, deregulierten Markt vorausgesetzt, nahezu kostenlos zur Verfügung stehen. Zumindest preiswert genug, um im Vergleich zu anderen Aufwendungen kaum spürbar zu sein. Von mir aus können die Menschen soviel Klimaschutz betreiben, wie sie wollen. Jeder auf seine Weise. Ich mag mich aber nicht daran beteiligen. Ich möchte schlicht und einfach in Ruhe gelassen werden. Ich erkenne keinen Sinn darin, mein sauer verdientes Geld für den Schutz Ungeborener vor irgendwelchen mutmaßlichen Katastrophen der Zukunft aus dem Fenster zu werfen. Meine Eltern haben das nicht getan, meine Großeltern nicht und überhaupt niemand meiner Vorfahren. Trotzdem geht es mir heute besser. Weil eben jede vorhergehende Generation die Herausforderungen ihrer jeweiligen Zeit bearbeitet hat, statt in Zukunftsängsten zu erstarren. Ich möchte nicht auf Möglichkeiten verzichten, die mir die Gegenwart bieten könnte, zugunsten meiner Nachkommen, die davon vielleicht nicht einmal etwas haben.

In seinem Beitrag warnt er auch vor der Gefahr die Klimawissenschaften durch ein Korsett von Werten zur religiösen Bewegung zu machen. Werteorientierte Wissenschaftskommunikation dient schließlich auch nur der Beruhigung des Forschergewissens, von der niemand anderes etwas hat, wenn diese nicht zu einem nachprüfbar nützlichen Ergebnis führt. Das dies nicht der Fall ist, wissen wir heute schon, weil wir sehen welche ineffizienten Wege die real existierende Klimapolitik geht. Steigende Strompreise, verschandelte Landschaften und hungrige Mäuler, ohne spürbare Emissionsminderungen oder gar verhinderte Schäden durch Unwetter und Naturkatastrophen. Nur der Glaube trügt, dass dieses Opfer es wert ist. Führt wertegetriebene Forschung zu einer Politik, die keine anderen Partikularinteressen mehr für die Entscheidungsfindung zulässt und Klimaschutzstrategien wie der „Großen Transformation“ des Wissenschaftlichen Beirats für globale Umweltveränderungen (WBGU) zur einzig denkbaren Option aufbaut, kann man, so Heller, die Demokratie gleich abschaffen. So ist es.

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