Kapitalismus für die Armen

Steffen Hentrich

Den Kapitalismus als Ursache der vielen Symptome von Armut zu stigmatisieren ist seit jeher eine beliebte Übung unter Personen im öffentlichen Rampenlicht. Wer eine genaue Ursachenanalyse scheut, der zieht sich in den sicheren Hafen einer Kritik an den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen zurück und merkt dabei allzu oft nicht, dass er bei genauerem Hinsehen gerade nicht einer Abkehr von einem marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystem mit nur begrenzten staatlichen Handlungsoptionen das Wort reden sollte. In diese Falle, so schreibt Peter A. Fischer in der NZZ, ist auch der Papst mit seiner Kapitalismuskritik in seinem apostolischem Schreiben getappt. Erfahrungen aus Argentinien, in den vergangenen Jahrzehnten alles andere als ein kapitalistischen Musterland, sondern Schmelztiegel von Demokratiedefiziten und ordnungspolitischen Sünden, bilden die Fassade seiner Kapitalismuskritik. Fischer argumentiert jedoch, dass nicht der Kapitalismus überwunden werden muss, sondern der Kapitalismus die Armut beseitigen kann, wenn ihm ein tolerantes, an der Freiheit des Individuums orientiertes Wertesystem zugrunde liegt, an dem sich auch die Politik des jeweiligen Staates ausrichtet. Ein Credo für diese Werte wäre eine Alternative für wohlfeile Kapitalismuskritik.

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