Jesus, der Kapitalist

Peter Altmiks

Robert Grözinger beweist in seinem Buch „Jesus der Kapitalist – Das christliche Herz der Marktwirtschaft“, dass christlicher Glaube und die Soziale Marktwirtschaft einander bedingen.

Grözinger nennt vier Strukturmerkmale, die sowohl das Christentum als auch die Marktwirtschaft aufweisen: Diese seien das Nichtaggressionsprinzip, eine lineare, progressive Weltsicht, der Individualismus und schließlich die Überzeugung, dass die Schöpfung für den Menschen da ist und nicht umgekehrt.

Besonders interessant sind Grözingers Ausführungen zur Sozialpolitik. Grundsätzlich entspräche keine staatliche Sozialpolitik dem Geist des Christentums. Eine wirksame christliche Sozialpolitik würde den Staat aus der gesamten Sozialversicherung herausnehmen und eine Wiederkehr der privaten und genossenschaftlichen Versicherungen zulassen. Eine Rückkehr zu diesen Versicherungsformen hätte auch den erwünschten Nebeneffekt der Stärkung der Rolle der Familien, der Gemeinden und anderer natürlich gewachsener Organisationen.

Grözingers Gedanken stehen im scharfen Gegensatz zu den Verlautbarungen des evangelischen Kirchentages, der mittlerweile zu einer naiven rot-grünen Sammlungsbewegung mit ein bisschen Transzendenzdekoration verkommen ist. Die evangelische Kirche präsentiert hier eine einfältige Kapitalismuskritik. Es gab Zeiten, da waren Protestanten stolz darauf, dass der Geist des Protestantismus auch immer der Geist des Kapitalismus war, weil beide auf die Autonomie des Individuums setzen und auf Eigenverantwortlichkeit.

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2 Antworten zu “Jesus, der Kapitalist

  1. Pingback: 5 vor 10: Mittelschicht, Leistungsbilanz, EZB, Jesus, Währungsunion | INSM Blog

  2. Zwei Dinge sollten in der Welt garantiert sein:
    1. die Abdeckung der Grundbedürfnisse.
    2. die Chance, aufzusteigen.
    Bei all den globalen Ressourcen, bei all der Fülle hat die Menschheit diese beiden einfachen Dinge nicht fertiggebracht.
    Millionen von Menschen haben absolut keine Chance aufzusteigen, was bewusst so gewollt ist.
    Tausende Kinder und Erwachsene sterben, weil es ihnen am Lebens notwendigsten fehlt.
    Bei aller Großartigkeit der Welt hat die Menschheit noch keinen Weg gefunden, großartig genug zu sein, um dafür zu sorgen, dass Menschen nicht mehr verhungern, ganz zu schweigen davon, dass die Menschheit aufhört, sich gegenseitig umzubringen.
    Täglich verhungern Kinder vor unseren eigenen Augen als wäre das ganz normal.
    Ein Überleben in Würde gehört zu den Grundrechten des Lebens.
    Es gibt auf der Erde genug Ressourcen, um dies jedermann garantieren zu können, wir brauchten lediglich nur miteinander zu teilen.

    Statt die Leute zu echter Würde kommen zu lassen, geben die Besitzenden den Besitzlosen dieser Welt gerade genug, um sie abhängig zu machen.
    Geld regiert die Welt, daran krankt die Welt.

    Das große Geld, das schnelle Geld – Heilsversprechen einer entgleisten Gesellschaft. Geld wird zur Droge und die Geldgesellschaft zur Suchtgemeinschaft. Virtuelle Geldpakete umkreisen den Globus. Die Welt wird zum Riesenspielzeug. Schaukämpfe verschleiern die geheime Allianz von Finanzwirtschaft und Politik.

    Das Geschäftsmodell der Zocker, Goldgräber der Geldzeit, ist ansteckend. Es ist Zeit für die Beändigung der Unersättlichen.

    Abraham Lincoln, US-Präsident, 21. November 1864
    Schon 1864 mahnte Abraham Lincoln vor der Macht des Geldes!
    Warum konnte sich die Menschheit von dem Automatismus – der Macht des Geldes – nie befreien?
    Den Menschen muss doch irgendwann mal klar werden: Geld kann ihr Überleben nicht gewährleisten, im Gegenteil, der Automatismus der Geldvermehrung, er zerstört immer wieder und immer gründlicher die wirklichen Existenzgrundlagen.

    Die dramatischen Folgen der Geldvermehrung sind die ständig fortschreitende systemische Verbreiterung der Kluft zwischen Arm und Reich, Ausschluss und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und verstärkte ökologische Zerstörung.

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