Kritik an Prognos-Studie zum Euro

Gérard Bökenkamp

Sehr interessant ist die Kritik des Wirtschaftswissenschaftlers Ulrich van Suntum auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit an der neuen Prognos-Studie, die die Vorteile des Euros für Deutschland berechnet hat. Die Szenarien der Studie bis zum Jahr 2025 kommen zu dem Ergebnis, dass Deutschland von der Währungsunion stark profitiert.

Suntum kritisiert, dass die Berechnungsmethoden intransparent sind und nicht offen gelegt werden. Somit sei eine wissenschaftliche Beurteilung der Ergebnisse nicht möglich. Suntum weist der Studie zu dem handwerkliche Fehler nach, demnach werde in der Studie Brutto und Netto verwechselt, viele grundlegende  Annahmen würden nicht belegt, der Substitutionseffekt zwischen Export- und Binnennachfrage werde übersehen und die Inflationsentwicklung werde bei der Prognose bis 2025 nicht eingerechnet.

Zudem würden Vermögensverluste durch den Euro ungerechtfertigter Weise Einkommenszuwächsen aus dem Export in die Eurozone eins zu eins gegenübergestellt: „Einfach ausgedrückt: Wenn der deutsche Bäcker 1000.- € seines Vermögens für die Rettung von Griechenland verliert, wird dies nicht schon dadurch kompensiert, dass er dann vielleicht auch für 1000 € mehr Brötchen an griechische Kunden verkaufen kann.“

Insgesamt zeigt die detaillierte und dezidierte Kritik an der Studie, dass – wie auch immer man sonst zum Euro stehen mag – die Prognos-Studie keine solide empirische Basis für die Diskussion darüber bietet.

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2 Antworten zu “Kritik an Prognos-Studie zum Euro

  1. Es gibt schlicht keine solide empirische Basis für einen wie auch immer gearteten angeblichen Erfolg irgendeiner Gemeinschaftswährung – Euro oder andere.
    Niemals und nirgendwo.

    Denn keine Gemeinschaftswährung unter eigenständigen Nationen hat je gehalten – egal, was sie versprochen haben könnte.

    Somit können reinen Gewissens alle vermeintlichen Stützen auch dieses Versuches (Euro) getrost in die Tonne getreten werden.

    Sie können nur irrelevant sein – und/oder ge- rsp. verfälscht.

    Zu diesem Ergebnis führt bereits vernunftgesteuertes Bemühen des eigenen Hirns – völlig ohne sogenannte Wissenschaft oder anderen Kasperkram.

  2. Wenn Deutschland durch den Euro so enorm profitieren sollte, wie man uns weis machen will, und es den „Problemstaaten“ so große Nachteile bescherrt, wie es zur Zeit aussieht, dann wird das heftigsten Neid erzeugen. Ob das der europäischen Einheit zuträglich sein wird, wage ich stark zu bezweifeln. Für mich sieht das nach dem Gegenteil aus und das kann ich keinem verübeln.
    Wahrscheinlich werden wir wohl keinen großen Vorteil daraus erwirtschaften, warum auch, wenn wir erst Hilfsgelder zahlen sollen, damit die Nachbarstaaten bei uns einkaufen können. Das macht die Sache ja so schlimm, das ist ein Leben auf Pump! Dann können wir es auch gleich ganz sein lassen, das erhält zumindest den Frieden. …und das ist das Wichtigste!

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